Weg zum Problemstoffsammelzentrum als Hürde für Radler. Kalligrafin Eva Pöll bricht Lanze für Radler: „Umständlich, zum Problemstoffsammelzentrum zu kommen“.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 14. August 2019 (03:26)
Jandrinitsch
Der Umbau des Viadukt-Durchstichs macht es im Moment allen Verkehrsteilnehmern nicht einfach, zur Müllumladestelle zu kommen. Sowohl Rad- als auch Autofahrer müssen einen Umweg über die B17 in Kauf nehmen.

Die auf die Anfertigung von Kalligrafien spezialisierte Künstlerin Eva Pöll mit Atelier mitten im Mödlinger Stadtgebiet verzichtet bewusst auf ein Auto.

Normalerweise ist es für sie keine Herausforderung, ohne Auto den Alltag zu bewältigen. Mit einer Ausnahme: Mit dem Rad das Problemstoffsammelzentrum bei der Müllumladestelle in der Guntramsdorfer Straße zu erreichen, wenn sie Problemstoffe entsorgen will.

Die Kalligrafin meint: „Ich frage mich, warum es nicht möglich ist, zumindest einmal in der Woche oder einmal im Monat eine Problemstoffsammlung an einem zentraleren Ort anzubieten. Das käme nicht nur Radfahrern zugute, sondern auch Menschen, die nicht so mobil sind.“

Die Betriebsleiterin des Abfallunternehmens Mödlinger Saubermacher, Monika Bock, macht deutlich, warum das leider nicht möglich sei. Sie erklärt: „Wir sind vor zwei Jahren von der Fabriksgasse in die Guntramsdorfer Straße übersiedelt, weil es am alten Standort nicht mehr möglich war, ein Problemstoffsammelzentrum gesetzeskonform zu betreiben. Hier in der Guntramsdorfer Straße sind alle Müllfraktionen an einer Stelle abzugeben. Wir haben extrem bürgerfreundliche Öffnungszeiten, die sich so nirgendwo anders im gesamten Bezirk finden. Durch die Müllumladestation verfügen wir über bestens geschultes Personal, das mit Problemstoffen umzugehen weiß.“

Eine mobile Sammelstelle sei kaum einzurichten, weil es gerade bei Problemstoffen sehr hohe Auflagen gäbe, die berücksichtigt werden müssen, vom finanziellen Aufwand abgesehen. „Es gibt kaum Gemeinden, die sich Problemstoffsammelbusse leisten“, weiß Bock.

Gefährliche Stoffe oft nicht als solche erkannt

VP-Stadträtin Franziska Olischer, zuständig für die Müllentsorgung in der Stadt, macht deutlich „dass sich eine Sammelstelle außerhalb des Problemstoffsammelzentrums leider nicht umsetzen lässt. Man kann Problemstoffe nicht einfach so einsammeln, weil oft nicht bekannt ist, wie gefährlich manche Fraktionen sind und wie mit ihnen umzugehen ist“. Dazu brauche es geschultes Personal, das gemäß den gesetzlichen Bestimmungen die Problemstoffe übernehmen kann.

Und Vizebürgermeister Gerhard Wannenmacher, Grüne, verweist darauf, dass im Zuge des Viaduktumbaus „ein neuer Geh- und Radweg entlang der Guntramsdorfer Straße mitgezogen wird. Im Spätherbst ist die Viaduktbaustelle wieder Geschichte. Dann lässt sich das Problemstoffsammelzentrum mit etwas Fitness auch leicht mit dem Rad erreichen“.