Schlauchpilz & Klima bedrohen die Föhren. Die Schwarzföhren gehören zum Ortsbild von Perchtoldsdorf einfach dazu. Gemeinde kämpft um ihren Bestand.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 15. August 2019 (11:43)
Jandrinitsch
Schwarzföhren wachsen nicht nur auf der Perchtoldsdorfer Heide oder im Park, sondern auch mitten im Ortszentrum.

VP-Umweltgemeinderat und Perchtoldsdorfer Bauernbundobmann Josef Schmid lebt und arbeitet im Weinbau mit der Natur. Daher nimmt er klimatische Verschiebungen schon seit Längerem wahr.

„Seit dem Jahr 2000 hat sich der Lesezeitpunkt nach vorne verschoben, und zwar von Anfang/Mitte Oktober zu Anfang/Mitte September.“ Wenn die Schwarzföhren im Anninger-Gebiet braune Wipfeln bekommen, dann ist daran die Trockenheit Schuld und ein Pilz, „ein Schlauchpilz, gegen den es kein Gegenmittel gibt“, präzisiert Schmid. Man könne nur die betroffenen Stellen herausschneiden und hoffen, dass der Baum resistent genug ist, um sich von der Krankheit zu erfangen.

Akute Waldbrandgefahr

Der niederschlagsarme Sommer verschärfe die Situation noch zusätzlich. Die Trockenheit beunruhigt auch Bürgermeister Martin Schuster, VP: „Ich bin oft im Wald und beobachte Leute, die spazieren gehen und dabei eine Zigarette rauchen. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich.“ Besonders verantwortungslos sei es, beim Steinbruchsee ein Lagerfeuer zu entfachen. „Wenn dort etwas passiert, dann brennt der ganze Wienerwald“, weißt Schuster auf die akute Waldbrandgefahr hin.

Baden sei aus Sicherheitsgründen dort verboten. Schuster betont: „Die Bezirkshauptmannschaft hat das Gefährdungspotenzial beim See gesehen und ein Badeverbot ausgesprochen.“ Der Röhrenpilz der Schwarzföhren macht Schuster weniger Sorgen. „Voriges Jahr hat der Pilz auf der Perchtoldsdorfer Heide ziemlich heftig gewütet. Heuer schaut es relativ gut aus. Wenn ein Baum entnommen werden muss, ist zu beobachten, dass Laubbäume wie Eichen, Ulmen und Eschen durchkommen.“ Ein erfreulicher Umstand, findet auch Schmid. Denn eines sei auch klar: „Nachgepflanzt werden Schwarzföhren nicht mehr“.