A3: Kein Anschluss Richtung Graz. Ehemaliger Obmann der Wirtschaftskammer kritisiert gegenwärtige Autobahnlösung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. August 2019 (05:25)
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Münchendorfs Bürgermeister Josef Ehrenberger bedauert, dass es nie zu einem „ganzen“ Autobahnanschluss gekommen ist.

Die Gemeinde Oberwaltersdorf stöhnt schon seit Längerem unter dem Lkw-Durchzugsverkehr, der immer mehr wird. Auch die Gemeinde Münchendorf spürt das verstärkte Verkehrsaufkommen, „weil alle, die aus der Richtung Wiener Neustadt kommen, bis Wiener Neudorf fahren, dort von der Autobahn abfahren und wieder zurück nach Münchendorf fahren“, erklärt Ortschef Josef Ehrenberger, SPÖ.

Diese Belastung hat sich in jüngster Zeit unter anderem durch Betriebserweiterungen in der Region und die damit notwendig gewordenen Transportfahrten verstärkt. Experten der Wirtschaftskammer haben freilich schon vor Jahren vor diesem Szenario gewarnt und orten das Problem in den unzureichend ausgebauten Autobahnanschlüssen.

Speziell im Fokus steht der Knoten Guntramsdorf, die Einmündung der Südostautobahn A3 in die Südautobahn A2, der nur als Halbanschluss in Richtung Wien ausgeführt worden ist. Da es Richtung Graz keinen Anschluss gibt, verlassen viele Schwerfahrzeuge die Südostautobahn bereits bei Ebreichsdorf oder im Raum Wiener Neudorf und fahren über die B210 nach Westen, bis sie bei der Anschlussstelle Baden auf die Südautobahn gelangen können. „Daran kann man ersehen, was passiert, wenn am falschen Platz gespart wird“, wetterte schon 2001 Heinrich Schönbeck, damals Obmann der Bezirksstelle Baden der NÖ Wirtschaftskammer.

Man wollte keine durchgehende Autobahn, das Projekt wurde auf Kosten der Lebensqualität der Anrainergemeinden abgelehnt.“ Josef Ehrenberger, Bürgermeister Münchendorf

Er bezeichnete den Autobahn-Knoten Guntramsdorf wörtlich als „Schildbürgerstreich.“ Ehrenberger erinnert sich: „Die Anschlussstelle zwischen A3 und A2 war höchst umstritten, aber gar nicht auf Landes- oder Gemeindeebene, das ging vom Bund aus. Man wollte keine durchgehende Autobahn zwischen Budapest und Hamburg, das Projekt wurde auf Kosten der Lebensqualität der Anrainergemeinden abgelehnt.“

Dazu nimmt Alexandra Vucsina-Valla, Sprecherin der ASFINAG, folgendermaßen Stellung: „Ursprünglich sollte die A3 Südostautobahn als zweite Süd-Einfahrt nach Wien die mittlerweile fertiggestellte S1 Wiener Außenring Schnellstraße kreuzen, und dann bei der sogenannten ,gesperrten Ausfahrt’ Simmering in Wien eingebunden werden. Vorteil dieser zwei Süd-Einfahrten nach Wien wäre eine redundante Ausweichroute bei Kapazitätsengpässen wie etwa Unfällen, Baustellen und dergleichen gewesen. Erst später erfolgte, unter anderem aufgrund städteplanerischer Änderungen, die Umplanung. Diese hatte zur Folge, dass die A3 beim Knoten Guntramsdorf nun in die A2 Richtung Wien einmündet.“

Eine Anbindung der A2 aus Graz kommend an die A3 wurde nicht umgesetzt. Grund dafür war laut Vucsina-Valla, im Falle einer Überlastung der A2 keinen Ausweichverkehr über den Knoten Guntramsdorf auf die A3 und weiter über die B16 (z. B. Umfahrung Münchendorf) entstehen zu lassen.

Ehrenberger meint: „Wenn man es schaffen würde, die Strecke zwischen Münchendorf und Laxenburg verstärkt auszubauen und Guntramsdorf in die A2-Abfahrt einzubinden, wäre das eine gute Möglichkeit, um den Schwerverkehr aus Münchendorf und Laxenburg hinauszubringen.“

Die ASFINAG betont aber, dass zur Zeit „kein Ausbau/Umbau des Knotens Guntramsdorf vorgesehen ist.“

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