Grüner Wirbel um Baumschlägerungen. Die Bundesforste haben als Grundbesitzer Sicherheitsmaßnahmen im Wald ergriffen.

Von Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 28. März 2020 (06:20)
Stefan Weinberger (kleines Bild), Sprecher der Grünen, übt heftige Kritik. So sieht der Bereich der Rudolf Schwarz-Promenade nach den Sanierungsarbeiten aus.
Weinberger/dostal & martinez

Wenn unser Wald hier in Hinterbrühl nicht genug geschützt ist, welcher ist es dann?“, bezieht sich Stefan Weinberger, Grüne, auf die Schlägerungen, die seitens der Bundesforste oberhalb der B 11 durch geführt wurden: „Wir sind im Biosphärenpark in der Kernzone, haben ,Natura 2000’ und den Naturpark Föhrenberge, zudem sollten derartige großflächige Schlägerungen in Zeiten des Klimawandels nicht mehr in dieser Art durchgeführt werden.“

Rund 30 Meter breit und bis zu 150 Meter lang sei der Streifen, der betroffen ist, merkt Weinberger an. Er kritisiert zudem, dass alles „nicht nach baumpflegerischen, sondern rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und mit schwerem Gerät geschieht“.

Der Unmut in der Bevölkerung sei groß, „wir haben mehrmals an die Bundesforste appelliert, leider erfolglos“, bedauert Weinberger. Diese verweisen stets auf die Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft.

Das Argument, es ginge um Sicherungsarbeiten, lässt Weinberger so nicht gelten: „Hier wurde befremdlicherweise die Gebäudehaftung unter Außerachtlassung der waldtypischen Gefahren 1:1 auf die Baumhaftung übertragen. Also, dass Bürgermeister und Förster persönlich für Schäden haften, was dazu führt, dass der Baum im öffentlichen Raum nur noch als Gefahrenquelle und Haftungsobjekt gesehen und entsprechend bekämpft wird.“

Für Bezirkshauptmann Philipp Enzinger stellen „die Schlägerungen ganz normale Waldnutzung dar, sie sind forstrechtlich genehmigt und naturschutzbehördlich bewilligungsfrei“.
Pia Buchner, Pressesprecherin der Bundesforste verweist auf die Gesetzeslage: „Die ist hier ganz eindeutig, der Grundbesitzer haftet, wenn was passiert, deswegen werden derartige Verkehrssicherungen durchgeführt. Als Laie kann man den Zustand eines Baumes nicht von außen erkennen, wir haben da Experten und entsprechende Methoden.“ Der Grundbesitzer habe gefährliche und gefährdete Bäume auf Distanz einer „Umsturzlänge“ zu schlägern.