Sammelleidenschaft: Der Weg zum nächsten Rekord. Der neuerliche Guinness-Eintrag ist Susanne Ottendorfer und Siegfried Weinert sicher.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 07. August 2019 (04:34)
Dworak
Susanne Ottendorfer und Siegfried Weinert mit drei besonderen Exponaten: der VW KÄfer, mit dem alles begann, die über 100 Jahre alte „Bleiguss“-Kutsche aus Amerika und die Erste-Hilfe-Tasche aus Neuseeland.

Begonnen hat alles 1987, als Siegfried Weinert in Schwechat ein Stethoskop kaufte und im Geschäft einen Rot-Kreuz-Käfer erspähte. Kurze Zeit später jubelte Weinert: Er erhielt das Fahrzeugmodell geschenkt.

Damit war der Grundstein für die Leidenschaft gelegt, die fortan im Leben des Notfallsanitäters und seiner Gattin, Notärztin Susanne Ottendorfer eine große Rolle spielt: das Sammeln von Fahrzeugen mit Rettungswesen-Bezug. 

10.648 Modelle waren es 2011, was dem Sammler-Duo den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde einbrachte – die NÖN berichtete.

"Unser Netzwerk ist immens gewachsen"

Jetzt steht der neuerliche Eintrag im Weltrekordbuch an, denn mittlerweile zieren 17.030 Exponate die Glasvitrinen. „In den vergangenen Jahren ist unser Netzwerk natürlich immens gewachsen“, erzählt Weinert. Die Suche nach „sehr speziellen und seltenen Modellen wird dadurch etwas leichter“.

Zudem vergeht kein Auslandsaufenthalt ohne Suche nach Rettungswesen-Kleinoden.

Auch das ist ein Weg, wie man zu Dingen kommt: Eine Erste-Hilfe-Tasche aus Neuseeland hat es Ottendorfer sehr angetan. Über Rot-Kreuz-Kanäle ist es tatsächlich gelungen, zum begehrten Stück zu kommen. Ein Kollege hat die Tasche aus Neuseeland zum Leitstellenkongress nach Washington mitgenommen, erzählt die Notärztin mit Sammelleidenschaft. „Man merkt, die Rettungskräfte sind weltweit eine große Familie. Diese Kontakte sind natürlich Gold wert.“

Bei eben jenem Kongress „Navigator 2019“ ist es den beiden auch gelungen, den „ersten nicht wissenschaftlichen Vortrag zu halten“, ist Weinert stolz. „Wir haben über unsere Rekord-Sammlung berichtet. Das Echo war gewaltig.“

Vision von einem eigenen Museum

Jetzt wird es wortwörtlich eng für Weinert & Ottendorfer. „Auch, wenn ich eine Meisterin im Tetris bin, ist im Keller kaum mehr Platz“, sagt Ottendorfer. Da man die außergewöhnliche Sammlung auch der Nachwelt erhalten will – und der Sohn die Sammelleidenschaft nicht teilt – ist man auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. „Unser Traum wäre, unsere Modelle in einem Museum in Wiener Neudorf der Allgemeinheit präsentieren zu können.“ Nach dem neuerlichen Eintrag im „Guinness-Buch“ wolle man bei der Gemeinde vorfühlen.

Drei internationale Experten bezeugen übrigens die rekordverdächtige Anzahl: Ron Herdman, ehemaliger kalifornischer Paramedic und „Ambulanz-Sammler“ mit etwa 4.000 Exponaten. Pete Colton, Eisenbahn-Fan und Modellbauer aus England und Viliam Dobias, Präsident des Slowakischen Roten Kreuzes. Alle drei haben bereits die Sammlung vor Ort bestaunt.