Schneller mit dem Rollstuhl dank neuer Entwicklung. Junge Techniker haben Konstruktion ausgetüftelt und suchen jetzt einen Produzenten.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 22. September 2019 (03:50)
Gräf
Entwickelt haben die Lenk- und Tretvorrichtung der Inntermanzinger Gregor Gräf (r.) sowie seine Kollegen Tobias Bitter (l.) und Hannes Koitz im Zuge der HTL-Matura.

Einen Rollstuhl-Anbau hat der Innermanzinger Gregor Gräf gemeinsam mit zwei Kollegen entwickelt. „Wir würden das Ding gern unter die Leute bringen und suchen einen Partner, mit dem wir es produzieren können“, sagt der HTL-Absolvent.

Wie kam es zu dem Projekt? Für ihre Diplomarbeit suchten die drei HTL-Schüler ein Thema. „Das war zuerst schwierig“, schildert Gräf. Und dann ging es schnell: Eine Lehrerin, deren Ehemann im Rollstuhl sitzt, brachte das Trio auf die Idee, einen Rollstuhlanbau zu entwickeln.

NOEN
So sieht der Rollstuhlanbau in der Computergrafik aus.

Gut sechs Monate wurde getüftelt, vermessen und geplant. Zwei Monate dauerte das Verfassen der Diplomarbeit. Bei der auf den Namen Vita|E getauften Konstruktion handelt es sich um eine abnehmbare Lenk- und Tretvorrichtung für einen Rollstuhl. „Der Anbau eignet sich für alle Personen, die im Rollstuhl sitzen, aber dennoch über Beinfunktion verfügen, sei es nach einem Schlaganfall oder bei Verletzungen“, erläutert Gregor Gräf. Das Gespann kann auf bis zu 25 km/h beschleunigt werden. Der Motor im Antriebsrad ermöglicht eine zügige Fortbewegung und die Überwindung von Steigungen. Ähnliche Produkte gibt es schon.

„Unsere Anbau ist leichter als Konkurrenzprodukte, und es ist alles deutlich näher am Körper des Anwenders, das ist wichtig“, betont Produktentwickler Gräf. Er und seine Kollegen haben noch große Pläne: „Wir stehen erst am Anfang unserer Tätigkeiten, aber eins ist klar, mit Vita|E kann einer Vielzahl an Menschen geholfen werden. Gerade für die Verwendung im Reha-Sektor sehe ich extremes Potential“, sagt Gräf.

Der Ehemann der Lehrerin sei jedenfalls begeistert von der Entwicklung: „Er kann es gar nicht erwarten, mit dem Ding zu fahren“, hofft Gräf, dass bald der erste Prototyp gebaut werden kann.