Sperrstund‘ ist beim Schmölz. Über schwierige Rahmenbedingungen in der Gastronomie.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 08. Oktober 2019 (03:38)

Wieder wirft ein Wirt das Handtuch: Karl Schmölz hat das alt- eingesessene Wirtshaus in St. Christophen zugesperrt. Über 130 Jahre hat es die Gaststätte gegeben. Geburtstagsfeier oder Leichenschmaus, ein schneller Kaffee, ein Mittagessen mit der Familie, ein Bier nach der Arbeit – die Gaststätte war immer Anlaufstelle im Ort.

Mit dem regelmäßigen Wirtshausbetrieb ist es jetzt vorbei, nur mehr für große Veranstaltungen werden die Wirtshaustüren geöffnet. Karl Schmölz konzentriert sich auf sein zweites Standbein, die Zubereitung von Mahlzeiten für Schul- und Kindergartenkinder. Man kann es ihm nicht verdenken. Die Auflagen in der Branche werden immer mehr, der Gesetzgeber hat sich mit der Allergenverordnung und dem Hin und Her beim Nichtraucherschutz einiges geleistet. Dazu kommt, dass es immer schwieriger wird, gutes Personal zu finden, denn die Arbeitszeiten sind alles andere als familienfreundlich. Da darf man sich nicht wundern, wenn das Wirtshaussterben weitergeht.