Schrott glänzte mit Gold bei letztem Hallenstart. Die 31-jährige Maria Anzbacherin holt bei ihrem allerletzten Hallenrennen ihrer Karriere nochmals den Staatsmeistertitel über die 60-Meter-Hürdendistanz.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:29)
Beate Schrott hat ihr letztes Rennen in der Halle bestritten, sie beendet mit Sommer 2020 ihre großartige Karriere.
ÖLV

Mit der sensationellen Ausbeute von vier Goldmedaillen sowie je zweimal Silber und Bronze konnten die Leichtathleten der Union St. Pölten die Hallenstaatsmeisterschaften in Linz erfolgreich abschließen.

Für den sportlichen, aber vor allem für den emotionalen Höhepunkt dieser Titelkämpfe sorgte mit Beate Schrott ebenfalls eine St. Pöltnerin. Die 31-jährige Paradeathletin des letzten Jahrzehnts in der österreichischen Leichtathletik wird mit Ende der Freiluftsaison 2020 ihre große Karriere beenden und startete daher das letzte Mal bei einer Hallenmeisterschaft.

Und Schrott kletterte nochmals mit einem starken Finallauf und der tollen Zeit von 8,14 Sekunden über 60 Meter Hürden aufs oberste Treppchen. In einem hochklassigen Rennen konnte sich Schrott knapp gegen Karin Strametz durchsetzen, die in 8,19 einen neuen österreichischen U-23-Rekord aufstellte.

"Es war jedenfalls eine sehr wichtige Hallensaison und es gibt mir jetzt mit diesem Abschluss viel Selbstvertrauen für die Freiluftsaison"

„Ich habe gewusst, das wird heute nicht einfach gegen Karin. Meine Starts waren heute die besten dieser Hallensaison, und über die Hürden lief es heute perfekt. Es war jedenfalls eine sehr wichtige Hallensaison und es gibt mir jetzt mit diesem Abschluss viel Selbstvertrauen für die Freiluftsaison, um meine zwei großen Ziele EM und Olympia zu erreichen“, geht die Olympia-Siebente von London nun mit viel Selbstvertrauen in ihre letzte Freiluftsaison.

Aber auch die übrigen St. Pöltnerinnen wussten beim Saisonhöhepunkt voll zu überzeugen. Duathlon-Weltmeisterin Sandrina Illes zeigte auch in der Halle ihre Tempohärte und holte etwas überraschend den Staatsmeistertitel über 1.500 Meter. Am Tag zuvor hatte sich die Ausdauer-Paradeathletin über 3.000 Meter noch knapp Julia Mayer geschlagen und sich mit Silber zufrieden geben müssen.

Agnes Hodi, die Jahresbeste im Stabhochsprung, wusste mit ihrer Favoritenrolle gut umzugehen und holte souverän die Goldmedaille. Mit übersprungenen 3,90 Metern war die 27-Jährige zwar nicht ganz zufrieden, am Ende zählte jedoch nur der Titelgewinn.

Für den überraschenden vierten Titel der Union St. Pölten sorgte die 4x200-m-Damenstaffel in der Besetzung Magdalena Lindner, Lena Pressler, Carina Schrempf und Michaela Burda. In 1:40,16 Minuten konnte die favorisierte Staffel der Zehnkampf-Union in Schach gehalten werden. Die Neo-St.-Pöltnerin Lindner wusste darüber hinaus über 60 und 200 Meter zu überzeugen und holte Bronze beziehungsweise Platz vier.

Die St. Veiterin Lena Pressler landete knapp hinter der Trainingskollegin auf den Plätzen sieben über 60 Meter und fünf über 200 Meter. Ebenfalls über 60 Meter wusste U-20-Sprinterin Isabelle Edlinger mit neuem Hausrekord von 7,93 Sekunden zu überzeugen. Staffel-Schlussläuferin Burda holte neben Staffelgold noch Rang sieben im Weitsprung.

Ohne Hallenvorbereitung ging 800-m-Staatsmeisterin Schrempf über ihre Paradedistanz an den Start. Aus dem Training heraus lief sie couragiert zur Silbermedaille. Für die zweite Bronzemedaille sorgte Ivona Dadic im Kugelstoßen. Die Parade-Mehrkämpferin kam praktisch direkt aus dem Trainingslager auf Teneriffa und stieß die Kugel auf 13,68 Meter.