Wildblumen gegen das Insektensterben. Auf Flächen rund um Apotheke wurden Blumen und Sträucher gesetzt.

Von Christine Hell. Erstellt am 20. September 2019 (03:36)
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Birgit Widtmann, die Leiterin der Maria Anzbacher Apotheke informiert die Kunden mit einer Schautafel über die Blühbeete.

„Ich habe ein Buch über das Insektensterben gelesen und war danach total entsetzt über dieses Ausmaß“, berichtet Birgit Widtmann. Die Leiterin der Maria Anzbacher Apotheke überlegte einige Tage, wie sie diesem Phänomen entgegensteuern könnte, hatte eine Idee und schritt zur Tat.

„Ich habe mir die Flächen rund um die Apotheke angesehen, habe beim Gemeindeamt und bei der Leiterin des Unimarktes vorgesprochen und schließlich Wildblumen angebaut"

„Ich habe mir die Flächen rund um die Apotheke angesehen, habe beim Gemeindeamt und bei der Leiterin des Unimarktes vorgesprochen und schließlich Wildblumen angebaut. Auch einige Blühsträucher wurden eingesetzt. Dazu kommen sollen noch ein Komposthaufen und ein Totholzhaufen sowie ein Insektenhotel“, erzählt die Apothekerin. Im nächsten Jahr sollen auch Klatschmohn, Borretsch, Ringelblume und Wiesensalbei gedeihen und die Flächen noch bunter werden lassen. Auch ein Gewürzgarten wird im Laufe der Zeit auch noch entstehen. Und eine Schautafel wird die Kunden über das Projekt informieren.

„Das Ganze wird extensiv geführt, schließlich sind wir Apotheker und keine Gärtner“, lacht Widtmann. Und - was für den eher trockenen Standort mit eher kargem Boden passt - das werde dort auch gedeihen und sich weiter vermehren, ist sich die Apothekenfachfrau sicher. Ihr Ziel: „Ich möchte, dass immer etwas blüht.“

„Meine Mitarbeiter waren sofort von meiner Idee begeistert, sie haben Ableger aus ihren eigenen Gärten gebracht und nützliche Tipps zur Sortenauswahl an Blumen und Kräutern geliefert“, freut sich die Chefin.

Jeder kann sich Samen nehmen

Zukünftig dürfen Interessierte bei den Blumen und Kräutern auch Samen für ihre eigenen Grünflächen abnehmen. „Sie können selbst ein kleines Eckerl für Insekten entstehen lassen“, sagt Birgit Widtmann.

Mit der Fläche, die der Gemeinde gehört, sind es jetzt rund 300 Quadratmeter, die den Insekten rund um die Apotheke helfen werden. „Ich hoffe auf viele Nachahmer, die es uns gleichtun und etwas für die Insekten unternehmen“, sagt die Initiatorin.

Und sie rechnet schon nach, wie viel Fläche mit nur einem Quadratmeter je Garten da den Insekten zukünftig zugute kommen könnte. . .