Daniela Schimatschek legte „Wasserwellen“ für Film. Friseurmeisterin und Maskenbildnerin Daniela Schimatschek aus Neulengbach durfte bei Film über Bischof die Schauspieler und Statisten „bearbeiten“.

Von Christine Hell. Erstellt am 31. Oktober 2020 (04:36)
Die „Wasserwelle“ der 30er-Jahre musste perfekt umgesetzt werden.
zVg

Über drei Jahrzehnte leitete Bischof Michael Memelauer die Diözese St. Pölten. Über das Leben des Geistlichen wurde ein Film gedreht. Mit dabei: die Neulengbacherin Daniela Schimatschek.

Angefangen hat alles damit, dass Rosi Brückler bei Daniela Schimatschek im Friseursalon anrief. Die Chefmaskenbildnerin, die die gesamten Dreharbeiten für den Film „Der Bischof das Land und das Böse“ leitete, holte die Friseurmeisterin und Maskenbildnerin ins Boot.

Der Seitenscheitel musste sitzen

Gedreht wurde unter der Regie von Anita Lackenberger unter anderem im Raum Amstetten und St. Pölten. „Ich durfte bei zwei wichtigen Drehblocks, die sich in den 30er und 40er-Jahren abgespielt haben, dabei sein“, berichtet die Unternehmerin. Die berühmte „Wasserwelle“ der 30er-Jahre und auch der strenge Herrenseitenscheitel der 40er-Jahre musten bei Schauspielern und Statisten sitzen. Auch die Schminke musste passen: „Da ging es von ganz natürlich bis hin zu ausgehungert und fahl, und sogar blutige Kriegsverletzungen mussten von mir geschminkt werden“, erinnert sich Daniela Schimatschek.

Die Vorgaben bekam die Neulengbacher Meisterfriseurin und Maskenbildnerin anhand von Bildmaterial von Rosi Brückler, die Orte der Maske wurden den Drehorten angepasst. „Uns wurden von verschiedensten Gemeinden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und unsere Hauptmaske durften wir in den Räumlichkeiten der Diözese St. Pölten einrichten“, erzählt Schimatschek. Sie weiß inzwischen, dass es beim Filmen meist stressig zugeht, von einer extrem hektischen Szene weiß Schimatschek zu berichten: „In nur drei Stunden musste ich 25 Statisten frisieren, schminken und zum Teil auch noch deren Haare schneiden.“

Besonders war für Schimatschek aber die Tatsache, dass sie bei der wichtigsten Filmszene, der berühmten Silvesterpredigt von Bischof Michael Memelauer, in der er gegen das damalige Euthanasieprogramm auftrat, dabei sein durfte. „Hier musste unser Team 250 Statisten und Statistinnen passend für den Kirchengang im Jahr 1941 frisieren und schminken“, ist die Neulengbacher Friseurmeisterin stolz. Und sie freut sich, dass die Dreharbeiten, bei denen sie dabei war, noch vor der weltweiten Pandemie erledigt werden konnten. Regie führte Anita Lackenberger. Schauspieler Johannes Seilern verkörpert in der Hauptrolle Bischof Memelauer, Kardinal König wird von Lukas Wurm dargestellt, außerdem sind Martin Sommerlechner, Ute Heidorn, Dagmar Bernhard und Eszter Hollosi mit dabei.

Gefilmt wurde unter anderem die Bischofsweihe Memelauers im Jahr 1927 und die Feier zu seinem 20-jährigen Bischofsjubiläum. Aufnahmeorte waren neben dem Dom in St. Pölten auch die bischöfliche Sommerresidenz in Ochsenburg und in Pummersdorf.

Im September wurden die letzten Aufnahmen erledigt, der Film soll aller Voraussicht nach im Herbst in die Kinos kommen und von den Pfarren ausgeliehen werden können.

„Es ist so wunderbar für mich, dass ich so viele unterschiedliche Seiten meines Berufes ausleben darf, ganz egal, ob im Theater, beim Musical, beim Filmdreh oder in meinem Salon inNeulengbach. Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen“, ist Daniela Schimatschek zufrieden.