Karl Schmölz schließt sein Wirtshaus. Karl Schmölz macht Gaststätte nur mehr für Veranstaltungen auf. Er konzentriert sich jetzt auf sein zweites Standbein, die Verpflegung von Kindergarten- und Schulkindern.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 07. Oktober 2019 (14:59)
Hinterndorfer
Karl Schmölz führte seit 2005 das Wirtshaus. Seit dem Vorjahr war nur mehr von Mittwoch bis Freitag offen, jetzt ist ganz zu. Der Abschied vom Traditionslokal fällt nicht ganz leicht, aber Schmölz freut sich jetzt auf seine neue Herausforderung in der Gemeinschaftsverpflegung.

„Eine gewisse Wehmut ist schon dabei“, bekennt Karl Schmölz, als er am Freitag in seiner leeren Gaststube sitzt. Am Mittwoch und am Donnerstag hat sich der Wirt von den Gästen verabschiedet, seit Freitag ist das Traditionswirtshaus zu.

Seit 1885 gibt es die Gaststätte in St. Christophen, Karl Schmölz hat sie in fünfter Generation geführt. Er hat den elterlichen Betrieb nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2005 übernommen. „Ich habe den Job immer gern gemacht, weil ich ihn von Kindheit an kenne. Ich war mit Leib und Seele Wirt. Aber die Voraussetzungen im Umfeld sind nicht mehr gegeben“, stellt der 39-jährige Gastronom fest.

Sowohl familiäre als auch personelle Gründe sind es, die Schmölz zum Zusperren bewogen haben. Lebensgefährtin Barbara Meyer kommt nicht aus der Gastro-Branche, sondern ist von Beruf Lehrerin. Senior-Chefin Susanna Schmölz ist seit zwei Jahren in Pension, jetzt sind auch Kellnerin Hansi Hickelsberger und Koch Bernd Kraft im Ruhestand. Die Arbeit in der Branche werde immer schwieriger, Wirtshäuser seien nicht mehr im Trend der Zeit, sagt Schmölz. Er will sich nun auf sein zweites Standbein konzentrieren: Das ist das Kochen für Schul- und Kindergartenkinder. „Ich habe einen neuen Weg finden müssen, weil ich die Gastwirtschaft so nicht weiterführen kann. Ich habe ein neues Geschäft aufgebaut, das gut funktioniert, und ich bin froh, dass ich diese Nische gefunden habe. Mir geht es wirtschaftlich gut.“ Für Kinder gesünder, abwechslungsreich und regional zu kochen, sei eine interessante Herausforderung, stellt Schmölz fest, der mit einem sechsköpfigen Team jeden Tag 600 Mahlzeiten zubereitet und ausliefert: Nach Neulengbach, Altlengbach, Eichgraben, Laaben, Hochstraß, Kasten und Sieghartskirchen. Die Resonanz ist gut, ein Ausbau ist angedacht. „Ich kann mich jetzt auf diesen Bereich konzentrieren. Und die St. Christophener hängen nicht in der Luft, weil es ja noch ein Wirtshaus gibt“, sagt Schmölz.

Feiern und Bälle gibt es weiterhin

Und für die traditionellen Veranstaltungen der Jagdgilde, für die Feuerwehrbälle und die Theateraufführungen der Lengenbacher wird das Lokal auch in Zukunft geöffnet werden. Auch für Hochzeiten, Begräbnisse oder Geburtstagsfeiern will der Wirt aufsperren. „Das sind Dinge, die ich gut planen kann.“ Auch der Nächtigungsbetrieb mit den Elsbeerzimmern bleibt erhalten.