BH-Chefin: „Situation ist ernst, aber beherrschbar!“. Urlaubsheimkehrer, Nachtgastronomie sowie private Feiern und Mannschaftssport sind laut Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen Hotspots bei der Ausbreitung des Coronavirus. Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz appelliert daher an die Bevölkerung, sich an die Sicherheitsmaßnahmen zu halten.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 17. September 2020 (13:31)
Alexandra Grabner-Fritz, Bezirkshauptfrau von Neunkirchen.
Philipp Grabner/Archiv

„Die Situation ist ernst, aber beherrschbar!“ Das erklärt Neunkirchens Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz angesichts der „Orange-Schaltung“ des Corona-Ampel im Bezirk. Entscheidendsei jetzt wieder das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, ist die Bezirkschefin überzeugt. 

Der deutliche Anstieg an Coronafällen im Bezirk sei neben den Urlaubsheimkehrern vor allem auf „die geringe Disziplin und die mangelnde Distanz der Menschen bei der Freizeitgestaltung“ zurückzuführen, heißt es seitens der BH nach einem Gespräch der betroffenen Bezirkshauptleute, Vertreter der Städte Wien und Innsbruck sowie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sowie Gesundheits- und Innenminister. Konkret seien das Verhalten in der Nachtgastronomie, private Feiern sowie der Mannschaftssport „besondere Hotspots“, aus denen heraus sich immer wieder Infektionsketten entwickeln würden, so die Behörde in einer Aussendung.

In der Sitzung mit den Vertretern der Regierung sei einhellig betont worden, dass auf schnellere Probenentnahmen und Laboranalysen bei Verdachtsfällen geachtet werden müsse. „Das ,Contact tracing‘ und die Verhängung von Quarantäne-Maßnahmen erfolgt im Bezirk Neunkirchen rasch und erfolgreich. So können 96 Prozent der Infektionen im Bezirk einer Quelle zugeordnet werden“, so die Behörde.

Klargestellt habe man im Rahmen der Sitzung auch, dass das Corona-Ampelsystem „vor allem ein Frühwarnsystem für die Bevölkerung“ darstelle. „Weitere Verschärfungen der Schutzmaßnahmen werden mit der Novelle zum Covid-19-Maßnahmengesetz folgen. Dann sind auch regionale Verschärfungen bei Bedarf möglich“, betont man seitens der Bezirkshauptmannschaft.

Für den Bezirk Neunkirchen seien jedenfalls aufgrund der Orange-Einstufung folgende Maßnahmen geplant:

  • Weitere Intensivierung des Schutzes in Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten
  • Sensibilisierung und Aufklärungsarbeit zum Schutz älteren Personen in Familien
  • Verpflichtung zum Mund-Nasen-Schutz und einen Meter Abstand auf Märkten (Wochenmärkte, Flohmärkte,…)
  • Verstärkte Aufklärung der Sportverbände über Sicherheitsmaßnahmen
  • Dringender Appell an die Bevölkerung, die schon am Montag verschärften Schutzvorschriften strengstens einzuhalten (Mund-Nasen-Schutz und einen Meter Abstand bei allen Zusammenkünften und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wenn kein fixer Sitzplatz zugewiesen ist, Essen und Trinken in der Gastronomie ist nur an zugewiesenen Sitzplätzen erlaubt, ….)

„Ich rufe die Bevölkerung im Bezirk Neunkirchen dringend dazu auf, auch bei Privatfeiern und geschlossenen Veranstaltungen die Sicherheitsvorschriften zu beachten“, so Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz. „Dies ist zum eigenen Schutz, aber auch zum Schutz unserer Familien, der älteren Menschen und der Risikogruppen unbedingt notwendig!“