„Gfrast“-Sager von SPÖ-Stadtrat Kautz regt auf. Dass SPÖ-Stadtrat Günther Kautz Bundeskanzler Sebastian Kurz flapsig bezeichnete, sorgt bei der ÖVP für Empörung. Kautz argumentiert „mit Recht auf freie Meinung“.

Von Christian Feigl. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:56)
Diese Aussage sorgte für Aufregung.
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Ein Posting von SPÖ-Stadtrat und Klubobmann Günther Kautz auf Facebook, in dem er Bundeskanzler Sebastian Kurz als „Gfrast“ bezeichnet und und einen Standardartikel zum Streit zwischen der türkisen Regierung und der Stadt Wien verlinkte, sorgt bei der ÖVP für Kopfschütteln: Stadtchef Herbert Osterbauer und Landtagsabgeordneter Hermann Hauer sprechen von einer „Respektlosigkeit“.

„Diese Ausdrucksweise ist eine Missachtung der Funktion eines Bundeskanzlers und ärgert mich sehr“, so Osterbauer in einem gemeinsamen Statement. „Mir würde es nicht einfallen, einen SPÖ-Bundeskanzler als ,Gfrast‘ zu bezeichnen und ich meine, es ist auch eines Stadtrates der Stadt Neunkirchen nicht würdig“, meint er.

Kautz selbst erkennt kein Fehlverhalten: „Darf man in Österreich nicht mehr seine Meinung sagen, nämlich so, wie die Leute reden?“, erklärt er gegenüber der NÖN. Die Reaktion der ÖVP zeige für ihn drei Dinge ganz deutlich: „Erstens, dass man als Nicht-ÖVP-Politiker von ÖVP-eigenen Medienbeauftragten überwacht wird. Genau in diese Richtung gehen ja auch viele Maßnahmen der Kurz-Regierung jetzt gerade unter dem Deckmantel der ,Corona‘-Maßnahmen. Zweitens: Die Scheinheiligkeit der ÖVP. Teilen brutal aus, zum Beispiel im NÖ Landtag und tun so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten. Und drittens: Unser heutiger Bundeskanzler hat ganz geplant seinen eigenen Bundesparteiobmann abgeschossen und danach sechs Monate intensiv daran gearbeitet, die Regierungsarbeit zu blockieren bis hin zu einer Neuwahl. Wie nennt man das in der ÖVP?“

Landtagsabgeordneter Hermann Hauer weist diese Vorwürfe auf das Schärfste zurück und zeigt sich überzeugt, dass „solche Aussagen in dieser Form der gesamten Politik nicht dienlich“ seien. „Auch wenn man anderer Meinung ist, kann man sachlich argumentieren und persönliche Herabwürdigungen vermeiden“, so der ÖVP-Bezirksparteichef zur NÖN Neunkirchen.