Jakobsweg: Stadträtin ging 333 Kilometer in 18 Tagen. ÖVP-Stadträtin legte in 18 Tagen 333 Kilometer zu Fuß zurück. Jetzt hat sie Lust auf mehr bekommen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 17. Mai 2019 (04:30)
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333 Kilometer in nur 18 Tagen! ÖVP-Stadträtin Barbara Kunesch hat einen Gewaltmarsch hinter sich gebracht und dabei einen Teil des legendären Jakobswegs, den „Caminho Portuguese“, beschritten. „Ich wollte runterkommen, eine Auszeit haben und zu mir finden“, begründet sie dieses ungewöhnliche Wagnis, das sie gemeinsam mit einer Freundin von 12. bis 30. April in Angriff genommen und bewältigt hat.

Gestartet hat das Duo seinen Marsch in Porto, geendet hat er mit jeder Menge Erfahrungen und neuen Bekanntschaften in Santiago de Compostela. „Und das ohne einer einzigen Blase oder irgendwelchen körperlichen Beschwerden“ erzählt sie stolz. Kein Wunder, war das Vorhaben auch gut vorbereitet: Neben der entsprechenden Literatur gab es auch ausgiebiges und tägliches Training bei weiten Spaziergängen mit den Hunden.

„Ein unbeschreibliches Erlebnis. Man lernt irrsinnig viele nette und hilfsbereite Menschen kennen, die Landschaft ist sehr schön und die Natur fantastisch."

Der Weg selbst wird ihr ewig in Erinnerung bleiben: „Ein unbeschreibliches Erlebnis. Man lernt irrsinnig viele nette und hilfsbereite Menschen kennen, die Landschaft ist sehr schön und die Natur fantastisch. Die Stille war für mich das schönste Geräusch, für mich war es ein echter Pilgerweg“, gerät die 62-Jährige bei ihren Erzählungen ins Schwärmen.

Ausgestattet nur mit dem Nötigsten („Mein Rucksack hatte 5,5 Kilogramm“), ließen sich Kunesch und ihre Begleiterin treiben: „Wir hatten keinen fixen Tagesablauf, sind gestartet, wann wir Lust hatten, und wollten niemandem etwas beweisen!“

Am Ziel angekommen, hat sich Kunesch aber nicht – so wie es viele der Pilger tun – von ihren Schuhen befreit, sondern in Finisterre, dem Ende des Jakobsweg, aus dem Neunkirchner Garten mitgebrachte Steine hinterlassen. Ans Weitwandern könnte sie sich gewöhnen, zumal sie der Alltag in der Heimat recht rasch wieder eingeholt hat.

Aus diesem Grund hat sie auch bereits ihre nächsten Ziele ins Auge gefasst: „Die nächste Gemeinderatsperiode möchte ich noch beenden und den langen Weg von La Verna nach Rom, den sogenannten Franziskusweg, beschreiten!“ Der ist mit 500 Kilometern doch um einiges länger und zeitaufwendiger.