Polizeibesuch beim Gastro-Maskenrebell. Platzhirsch-Gastronom Herbert Schwarz verzichtet auf das Tragen von Masken – nach Beschwerden schritt Exekutive ein.

Von Christian Feigl. Erstellt am 03. Juni 2020 (05:56)
Angelina Kumayas und Herbert Schwarz.
Thomas Wohlmuth

Just an dem Tag, als die Regierung Lockerungen beim Tragen der Schutzmasken verkündet hatte, bekam Platzhirsch-Gastronom Herbert Schwarz Besuch von der Polizei: Weil er und seine Gattin Angie das Tragen dieses Mund- und Nasenschutzes seit Anbeginn ablehnten – „aus gesundheitlichen Gründen“, wie Schwarz mit Verweis auf ärztliche Atteste gegenüber der NÖN erzählt.

„Meine Lunge ist durch das jahrzehntelange Arbeiten im Gastrogeschäft geschädigt und meine Gattin hat eine angeborene Bronchitis“, erklärt er. Zwar habe man es am Anfang versucht, doch es sei unmöglich gewesen: „Angestellte kann ich mir in der aktuellen Situation nicht leisten, und nach ein paar Stunden haben wir es nicht mehr ausgehalten!“ Deshalb hat er auch angekündigt, trotz aller möglicher Konsequenzen weiterhin keinen Schutz zu tragen.

Die Anzeigen will er behördlich beeinspruchen. „Ich weiß, dass ich mich auf sehr dünnem Eis bewege und die Aktion vielleicht auch dumm war, aber ich stehe dazu“, so Schwarz, der nicht an Zufall bei den Kontrollen glaubt. Auch von ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer zeigt er sich enttäuscht: „Statt aufbauender Worte oder Solidarität zu zeigen, hat er mich bei einem Besuch nur gefragt, warum ich keine Maske trage. Ein gemeinsames Foto habe ich dann abgelehnt“, interpretiert er die Kontrolle auch als mögliche Folge seiner Verweigerung. „Ich würde mir positive Aktionen für die Innenstadt wünschen, keine Strafen, sondern einen Neustart, da kommt gar nichts, eine schwache Nummer.“

ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer begründet die Nachschau mit einer Razzia im Stadtpark: „Da war die Stadtpolizei und nachdem es wegen Schwarz bereits drei Anrufe die Tage zuvor gegeben hat, hat sie am Rückweg vorbeigeschaut. Dem muss sie nachgehen!“ Dass dies eine Retourkutsche wegen eines verweigerten Fotos wäre, weist der Stadtchef von sich: „Das ist lächerlich. Aber es gibt Gesetze, und die sind einzuhalten.“ Wenn Schwarz Hilfe brauche, solle er zu Osterbauer kommen: „Meine Türen stehen nach wie vor offen!“