Debatte um Körner-Hof-Balkone in Endlosschleife. Opposition gibt Stadtführung die Schuld an Balkon-Misere im Theodor Körner-Hof.

Von Tanja Barta. Erstellt am 19. September 2019 (11:43)
Barta/Archiv
Diese Balkone sind schon so desolat, dass sie nur noch abgerissen werden können.

„Da wurde die Rechnung wohl ohne den Wirten gemacht!“ – Heftige Kritik weht der SPÖ momentan seitens der Volkspartei entgegen. Deren Mandatare halten es für einen Skandal, dass die Balkone eines Gemeindehauses so instabil sind, dass sie abgerissen werden müssen (wir berichteten).

Es könne nicht sein, dass es keine finanziellen Rücklagen gebe, um die Balkone zu sanieren, „wo doch andauernd durch die SPÖ die tolle Finanzlage der Stadt in den Himmel gejubelt wird“, so die ÖVP Ternitz. Sie fordert Aufklärung und einen Bericht der baulichen Zustände der gemeindeeigenen Wohnungen. SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak lässt diese Kritik nicht auf sich sitzen und meint, dass dies nur eine Wahlkampfstrategie sei: „Die Fidler-ÖVP möchte hier einen einfachen Vorgang zum Skandal hochstilisieren, um von ihrer fünfjährigen Abstinenz in der Ternitzer Gemeindepolitik vier Monate vor der Gemeinderatswahl abzulenken! Was die ÖVP verschweigt, ist, dass sie von 2010 bis 2015 die Verantwortung über die Gemeindewohnungen über hatte.“

"Endgültige Entscheidung lag aber beim Bürgermeister"

Das bestätigt ÖVP-Gemeinderat Franz Fidler zwar, aber seine Partei hätte in dieser Zeit immer auf die Mängel der Gemeindewohnungen aufmerksam gemacht. „Die endgültige Entscheidung lag aber beim Bürgermeister“, so Fidler.

In den Augen von NEOS, FPÖ und Bürgerliste wurden hier Sanierungsmaßnahmen versäumt. „Wer soll aber den Abriss und den Neubau bezahlen? Da wird man mit den derzeitigen Rücklagen (35.000 Euro, Anm.) auch nicht auskommen“, kritisiert FPÖ-Stadtrat Erwin Scherz. Auch NEOS-Mandatar Ilhami Bozkurt kritisiert, dass man hier zu lange gewartet habe: „Es hätten laufend Sanierungen gemacht werden müssen, um die Nutzungsdauer zu erhöhen“, ist er überzeugt.

Mittlerweile wurde laut Stadtchef mit den Mietern eine Einigung getroffen. Jene mit Balkon zahlen 60 Cent mehr pro Quadratmeter. So sollen neue Außenbereiche für die Wohnungen geschaffen werden.