Neunkirchen: Neuer Spielplatz wird zum Polit-Spielball. Debatte zwischen Fraktionen, wer sich den Erfolg der Realisierung auf seine Fahnen heften darf. Einrichtung noch gesperrt.

Von Christian Feigl. Erstellt am 04. Juni 2020 (05:34)
Der neue Spielplatz in der Schillergasse ist ein wahres Schmuckstück geworden, künftig für alle zugänglich, derzeit aber noch gesperrt. Er soll noch im Juni geöffnet werden.
Christian Feigl

Ein an und für sich positives und erfreuliches Projekt sorgt nun für die nächste Politdebatte zwischen den Neunkirchner Parteien: Der neue Spielplatz in der Schillergasse steht im Zentrum des Konflikts. Schwarz, Rot und Grün heften sich in den sozialen Medien auf die Fahnen, Urheber dieser Freizeiteinrichtung zu sein...

„Der Spielplatz bei der HAK ist eine Idee vom ehemaligen SGN-Vorstand Hans Knoll und Bürgermeisterin Margit Gutterding gewesen, entstanden im Jahr 2009“, geht SPÖ-Stadtrat Günther Kautz in die Offensive. Die Gemeinde habe es zehn Jahre nicht geschafft, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. „Dann wurden die Kirchengründe umgewidmet. Bei dieser Umwidmung war es Andrea Kahofer als zuständige Stadträtin, die eine Auflage von 2000 m² Spielplatz in die Bebauungsbestimmungen einfließen ließ“, erklärt er die Hintergründe. Der jetzige Grüne-Vizebürgermeister Johann Gansterer sei damals noch „in den Windeln gelegen“.

Für Grüne mehrere Väter und Mütter

Der selbst spricht von mehreren Vätern und Müttern des Projekts: „Wenn etwas Gutes entsteht, ist das ja immer so. Ich habe auch kein Problem damit“, so Gansterer. Betonen möchte er aber schon, dass es auch sein Zutun gewesen sei, das für die Grundlagen sorgte. „Das war damals überhaupt der Grund, warum ich zur Politik und zu den Grünen gekommen bin.“ Erst eine Anfrage der Grünen im Gemeinderat habe den Stein ins Rollen gebracht. „Es wurden dann bei der Umwidmung des Grundstücks die Aufschließungsbedingungen wie eben die Errichtung eines Spielplatzes reingeschrieben!“

Und auch ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer postete ein Foto von sich vor dem neuen Spielplatz, der zwar toll geworden ist, aber noch gar nicht im Betrieb ist, im Internet. Er beschwichtigt aber: „Ich habe nie behauptet, dass wir die Urheber sind. Wir sind nur die Umsetzer“, erklärt er auf Nachfrage. Im Übrigen könne er sich gut erinnern, dass die ehemaligen SPÖ-Mandatare Christa Wallner und Johann Mayerhofer sich immer für die Sache stark gemacht hätten.

„Eigentlich sollten die gute Idee und das Ergebnis im Vordergrund stehen.“ Dass der Spielplatz zum Leidwesen vieler Eltern noch gesperrt ist, habe zwei Gründe: „Er ist noch nicht TÜV-geprüft und das Gras muss noch anwachsen. Wir werden ihn aber noch im Juni öffnen“, versichert der Stadtchef. Es soll auch eine große Übergabe der Einrichtung von der Genossenschaft mit der Stadt erfolgen: „Da werden alle Parteien dabei sein und es wird auch ein gemeinsames Foto geben.“