Heerestruppenschule: Ausbildung läuft ungestört. Österreichs Schulen befinden sich seit Anfang Juli im Ferienmodus. Nicht so der Ausbildungsbetrieb an der Heerestruppenschule. Dieser unterliegt der allgemeinen Urlaubsregel. Gegenwärtig findet der Praxisunterricht auf den Truppenübungsplätzen Allentsteig und Bruckneudorf statt.

Von Joachim Brand. Erstellt am 03. August 2020 (18:32)

Die Heerestruppenschule mit Sitz in Eisenstadt ist die zentrale Bildungs-und Grundlageneinrichtung der österreichischen Streitkräfte.
Der Öffentlichkeit ist dieser Schulbetrieb innerhalb der Ressorts für Landesverteidigung weitgehend unbekannt. 

Die Ausbildung von Kommandanten und Spezialisten in unterschiedlichen Bereichen führt zu einem hohen Ausbildungsniveau innerhalb des Bundesheeres. Trotz chronischer Unterdotierung des Heeresbudgets konnten auf Grund der guten Ausbildung des Kaders viele Aufgaben bewältigt werden.

Angehende Kommandanten ausgebildet

„Hier am TÜPL Allentsteig und am TÜPL Bruckneudorf hat das Bundesheer die Möglichkeit unter der Führung der Heerestruppenschule die angehenden Trupp-und Gruppenkommandanten praxisnah zu unterrichten“ betonte der stellvertretende Kommandant der Landstreitkräfte Robert Prader im Gespräch mit der NÖN. „Und gerade am TÜPL A können auf Grund seiner Größe sowohl Infantriekräfte als auch Panzer-und Artilleriekräfte optimal ausgebildet werden.“ Eine wesentliche Bedeutung hat für den General sowohl die Ortskampfanlage in Steinbach am TÜPL A, als auch eine vergleichbare Anlage am TÜPL Bruckneudorf.

Vorgesetzte für bis zu zehn Personen

„Die sogenannte Kaderanwärterausbildung 2 für die Gruppen - und Trupp-Kommandanten macht die angehenden Führungskräfte mit Organisation, Management und Menschenführung vertraut“ erklärte der zuständige Ausbildungsleiter Franz Dieter Tötzl. „Das heißt die angehenden Kaderleute sind am Ende der Schulung befähigt, in ihren waffenspezifischen Ausbildung- und Anwendungsgebieten, vier bis zehn Personen als Vorgesetzte zu führen und zu betreuen."

Vom Dachdecker zum Unteroffizier

Martin Kaltenberger aus Oberrabenthan bei Kirchbach ist ausgebildeter Dachdecker. Er hat sich entschieden, das breitgefächerte Schulangebot des Bundesheeres anzunehmen und sich zum zukünftigen Unteroffizier ausbilden zu lassen.
„Mich haben die Aufgaben beim Bundesheer schon immer gereizt und mit den Weiterbildungsmöglichkeiten stehen mir viele Möglichkeiten offen“, sagt der ambitionierte Zwettler.  

Mathias Wögenstein aus Krug bei Neupölla überlegt noch, im Rahmen seiner Möglichkeiten, sich als Milizsoldat weiter ausbilden zu lassen.

Der Zwettler Christoph Mengl wird gerade an der Panzerhaubitze M109 eingeschult und im Herbst als Leutnant ausgemustert.

Unter den vielen Kaderanwärtern befinden sich fast 70 Milizoffiziersanwärter.

Die Coronaprävention ist im Schulbetrieb der Militärschulen ebenfalls ein großes Thema: Um genügend große Abstände in den Unterkünften sicherzustellen zu können wurde die Ausbildungsvorhaben auf zwei unterschiedlichen Übungsplätzen durchgeführt. 

Akademien und Schulen des Bundesheeres

  • Landesverteidigungsakademie
  • Theresianische Militärakademie
  • Heeres Unteroffiziers Akademie
  • Heerestruppenschule
  • Flieger und Fliegerabwehrschule
  • Heereslogistikschule
  • ABC Abwehrschule
  • Sanitätsschule
  • Führungsunterstützungsschule