Sperrstunde in Gastro wird in NÖ nicht vorverlegt. Noch vor der Bekanntgabe der aktuellen Farbschaltungen der Corona-Ampel sind vom Land Niederösterreich am Donnerstagabend die Maßnahmen für auf Rot gestellte Bezirke präzisiert worden.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 22. Oktober 2020 (18:35)
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Neu im Vergleich zur bisher kommunizierten Vorgangsweise ist, dass auch in Regionen mit "sehr hohem Risiko" die Sperrstunde nicht von 1.00 Uhr auf 22.00 Uhr vorverlegt wird. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) argumentierte dies mit einer Verringerung der Infektionen im Gastrobereich.

"Die Menschen halten sich mit nur wenigen Ausnahmen an die Maßnahmen in der Gastronomie - und das zeigt Wirkung", hielt die Landeschefin in einer Aussendung fest. Auch um eine weitere Verschiebung des Infektionsgeschehens in den Privatbereich zu verhindern, könne daher von der früheren Schließung von Lokalen bis auf Weiteres abgesehen werden.

Wirte und Gäste sorgen "selber dafür, dass die Sperrstunde derzeit nicht vorverlegt werden muss", betonte Mikl-Leitner. Dies sei das beste Beispiel dafür, dass jeder einen Beitrag dazu leisten könne, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.

Im Bereich der Landeskliniken und Pflegeheime im Bundesland brächte eine Rot-Schaltung allerdings Veränderungen mit sich. So würden Besuche in den Spitälern auf Geburten, Kinderabteilungen sowie auf Zusammenkünfte mit palliativ betreuten Menschen eingeschränkt. In den Pflege und Betreuungszentren wären täglich zwei Besuche von höchstens je zwei Personen erlaubt. In besonders berücksichtigungswürdigen Fällen, etwa bei palliativ betreuten Bewohnern, könnten zusätzliche Einzelgenehmigungen erteilt werden, wurde betont.

Kindergärten sollen auch in roten Regionen grundsätzlich für alle offen bleiben, eine Bestätigung durch Dienstgeber der Eltern sei nicht notwendig. Es ergehe allerdings die Empfehlung an jene Personen, denen es möglich ist, ihre Kinder daheim zu betreuen.

LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) bezeichnete die aktuelle Lage im Zusammenhang mit Covid-19 als ernst. "Das Gesundheitssystem in Niederösterreich hat der Corona-Krise standgehalten, und wird es auch weiterhin tun", betonte er. "Wir tragen in dieser Situation nicht nur für uns selbst Verantwortung, sondern auch für andere", ergänzte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Nun gelte es u.a. durch das konsequente Mittragen der Schutzmaßnahmen, die Gesundheit der besonders schützenswerten Personengruppen sicherzustellen.