Polizei: 169 Anzeigen in der ersten Woche. Polizei löst Coronapartys auf, Hilfe gegen Gewalt funktioniert, und Scheidungskinder dürfen ihre Eltern sehen.

Von Eva Hinterer und Christine Haiderer. Erstellt am 24. März 2020 (04:14)
Symbolbild
APA

„Wir bleiben für Euch da. Bleibt Ihr bitte für uns daheim!“ ist auf den Plakaten der Social-Media-Fotos von Krankenpflegern, Ärzten, Sanitätern & Co. zu lesen. Daheim bleiben und Abstand halten, lautet jetzt die Devise für die Bevölkerung.

169 Anzeigen der Polizei

Vom Beginn der Ausgangsbeschränkungen am Montag, 16. März bis Sonntag wurden von der Landespolizeidirektion 169 Anzeigen erstattet, weil sich Personen nicht an die Vorgaben des Bundes gehalten haben. Am Samstag, sagt Polizeisprecher Johann Baumschlager, seien wegen des Kälteeinbruchs merkbar weniger Menschen unterwegs gewesen. Das Wetter helfe aber nur bedingt, denn in der Nacht auf Sonntag musste die Polizei mehrmals wegen Lärmerregung ausrücken: Junge Menschen hatten – „teilweise auf engstem Raum“ – Coronapartys gefeiert.

Zehn Polizisten wurden bislang in NÖ positiv auf das Coronavirus getestet, die betroffenen Dienststellen wurden desinfiziert, die Kollegen in Quarantäne geschickt. „99 Prozent der Menschen verhalten sich diszipliniert“, sagt Baumschlager, „dafür bedanken wir uns. Aber wer sich nicht an die Vorgaben hält, wird rigoros angezeigt.“

Häusliche Gewalt

Auf engem Raum zu leben kann zu Konflikten führen. Für von Gewalt betroffene Frauen gibt es täglich von 15 bis 22 Uhr die Online-Beratung www.haltdergewalt.at sowie die Frauenhelpline unter 0800/ 222 555 und das NÖ Frauentelefon unter 0800/800 810. Wegweisung und einstweilige Verfügung sind weiterhin möglich.

Ausgangsbeschränkungen

Das Haus verlassen sollte man laut Bund nur, um zur Arbeit zu gehen (wenn kein „Homeoffice“ möglich ist), für dringende Besorgungen (Lebensmittel oder Medikamente), um anderen zu helfen (Lebensmittel für Ältere kaufen). Wo keine Quarantäne herrscht, kann man joggen, spazieren gehen usw. Wichtig dabei: Immer mindestens einen Meter Abstand zu anderen halten! Ausnahme sind Menschen, die im gleichen Haushalt leben.

Spiel- & Sportplätze

Einige Parks und Spielplätze waren bereits letzte Woche gesperrt. Ein generelles Verbot wollte man vor dem Wochenende noch nicht verhängen, sofern sich alle ans Social Distancing halten. Sportplätze sind geschlossen.

Scheidungskinder

Zuhause bleiben und nur mit jenen Kontakt zu haben, die im selben Haushalt leben, ist ein Problem für Scheidungskinder. Daher wurde bestimmt, dass Kinder getrennt lebender Paare beide Elternteile sehen dürfen.

Zivildiener und Grundwehrdiener

Aktuelle Grundwehr- und Zivildiener wurden verlängert, um etwa im Pflegebereich zu arbeiten. Freiwillige können sich bei der Zivildienstagentur melden (www.zivildienst.gv.at), über die Landesstellen des Roten Kreuzes werden die Freiwilligen den verschiedenen Einrichtungen zugeteilt. 1.500 haben das bislang in Österreich getan.