Franz Resperger: „Sorgsam mit Wasser umgehen“. Kerzen oder Kurzschlüsse lösen immer wieder Brände in Kirchen aus, warnt die FF.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. April 2019 (01:40)
Matthias Fischer
FranzResperger,Pressesprecher Landesfeuerwehrverband.

NÖN: Gibt es bei der FF Einheiten, die auf Einsätze bei historischen Bauwerken spezialisiert sind?

Franz Resperger: Jene Feuerwehren, die in ihrem Einsatzgebiet mit sakralen Bauten konfrontiert sind, üben regelmäßig in diesen Objekten. Im Herbst 2017 probten beispielsweise die Einsatzkräfte im Stift Göttweig, wie wertvolle Kunstgegenstände aufgrund eines Feuers in Sicherheit gebracht werden können. Leider kommt es in Gotteshäusern immer wieder zu Bränden. Oft durch Kerzen ausgelöst, aber auch durch elektrische Kurzschlüsse. Zuletzt in Emmersdorf im Bezirk Melk, wo ein Teil des Seitenaltars durch eine umgefallene Kerze in Brand geraten ist. 2016 schlug ein Blitz in den Kirchturm der Pfarrkirche Dross ein und setzte diesen in Brand.

Wo lauern die Schwierigkeiten bei solchen Einsätzen?

Resperger: Es gilt vor allem, sorgsam mit Löschwasser umzugehen. Denn zu hohe Wasserbelastung kann einem Gotteshaus zusätzlich großen Schaden zufügen. Bei Bränden in Kirchen müssen die Brandherde deshalb auch ganz gezielt bekämpft werden. In NÖ sind etwa 60 Hub rettungsgeräte (Drehleitern, Teleskopmastbühnen) stationiert, daher kann die Brandbekämpfung auch in luftiger Höhe rasch aufgenommen werden.

Gibt es für diese Gebäude Katas-trophenschutzpläne in NÖ?

Resperger: Man kann davon ausgehen, dass jedes größere Gotteshaus über Brandschutzpläne verfügt. Die werden in Zusammenarbeit mit Feuerwehren erstellt. Auf diesen Plänen sind unter anderem Positionen aller Rauchmelder – wenn vorhanden – eingezeichnet, wie auch die Fluchtwege. In manchen Stiften sorgen eigene Betriebsfeuerwehren für die Brandsicherheit – wie in Klosterneuburg.