Fall Kührer wird nicht neu verhandelt. Michael K., der 2013 wegen Mordes an der Pulkauerin Julia Kührer verurteilt worden war, wollte ein neues Verfahren. Sein Anwalt Wolfgang Blaschitz hat einen Wiederaufnahme-Antrag gestellt, der im Juli 2018 vom Landesgericht Korneuburg abgewiesen wurde. Dagegen wurde Beschwerde erhoben. Die hat das Oberlandesgericht Wien jetzt endgültig abgewiesen.

Von Eva Hinterer. Update am 26. März 2019 (14:29)
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Mordfall Julia Kührer: Keine Wiederaufnahme

Der Wiederaufnahme-Antrag war ausführlich behandelt worden: In zwei mündlichen Verhandlungsterminen wurden sechs Hörensagen-Zeugen und auch Michael K. einvernommen. Es wurde Einsicht in die Gutachten von Privatsachverständigen genommen und vier zusätzliche Gerichtsgutachten eingeholt.

Doch der Richtersenat am Landesgericht Korneuburg erteilte dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens am 6. Juli 2018 eine Abfuhr. Als Begründung führte er an, dass sich die behaupteten Wahrnehmungen der Hörensagen-Zeugen in eigenen Überlegungen und Spekulationen erschöpft hätten. Es seien keine neuen Beweismittel beigebracht worden und keine neuen Tatsachen zutage getreten. Somit könne Michael K. weder freigesprochen werden noch sei es möglich, ihn "wegen einer unter ein milderes Strafgesetz fallenden Handlung" zu verurteilen.

Widersprüchliche Zeugenaussagen, "unstimmige" Privatgutachen

Dagegen hat Michael K. Beschwerde erhoben. Das dafür zuständige Oberlandesgericht Wien hat diese Beschwerde am 19. März 2019 zurückgewiesen, wie jetzt bekannt wurde.

Als Begründung führt das OLG an, dass nichts darauf hindeute, dass jener junge Mann, der  laut Behauptungen der eingangs erwähnten Zeugen einen Drogentod von Julia Kührer verschuldet haben soll, dies auch tatsächlich getan hat.

Auch die privaten Sachverständigen-Gutachten konnten laut OLG die Drogentod-These nicht erhärten. Laut der zugezogenen Gerichtssachverständigen seien die Privatgutachten unstimmig und entbehrten analytischer Evidenz.