Jung-Florianis am Start. Zu Jahresbeginn hat Landesfeuerwehrkommandant Didi Fahrafellner mit der Idee einer Kinder-FF aufhorchen lassen. Jetzt ist sie verwirklicht, 50 Kinder sind schon dabei.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. September 2019 (05:17)
NÖLFK/Markus Kellner
An roten Kapperln und Leiberln sind die Kinderfeuerwehr-Kinder zu erkennen. Am Bild die Gruppe aus Hainburg bei der Präsentation in der Landesfeuerwehrschule Tulln mit Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und FF-Landesrat Stephan Pernkopf (letzte Reihe Mitte).

Der Nachwuchs sichert das Überleben von Freiwilligen-Organisationen. Und die Konkurrenz ist groß. Je früher Kinder für die eigene Organisation gewonnen werden können, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass einige von ihnen dabei bleiben und irgendwann regulär Dienst tun können.

Jetzt ist das Landesfeuerwehrkommando NÖ auf diesen Zug aufgesprungen. Die Idee dazu hatte der Chef selbst, die Kinderfeuerwehr ist das „Baby“ von Didi Fahrafellner. Am vergangenen Donnerstag wurde es in der Landesfeuerwehrschule Tulln präsentiert.

Bisher lag die Altersgrenze bei der Freiwilligen Feuerwehr bei zehn Jahren, ab dann konnten Kinder zur „Jugendfeuerwehr“. Der neuen Kinderfeuerwehr können Buben und Mädchen ab dem achten Lebensjahr beitreten. Voraussetzung ist allerdings, dass die örtliche Feuerwehr auch eine Kindergruppe anbietet. Ob sie das tut, ist ihr selbst überlassen.

Keine Bewerbe, keine Uniform, dafür Spaß

Die Feuerwehren Baden Stadt, Hainburg und Waidhofen/Ybbs haben bereits Kindergruppen, insgesamt 50 Kids sind schon dabei. Ausgestattet mit roten Kapperln und T-Shirts – Erkennungsmerkmale müssen sein.

In den Kinderfeuerwehren sollen die Kleinen spielerisch an die Organisation herangeführt werden. Es gibt für sie weder Bewerbe noch Wettkämpfe, auch keine Feuerwehrausbildung im engeren Sinn, und keine Uniform; Spiel und Spaß stehen im Vordergrund. Betreut werden sie von FF-Mitgliedern, die gerne mit Kindern arbeiten. „Wir verlangen keine pädagogische Ausbildung von den Betreuern“, sagt Fahrafellner, „aber der Umgang mit Kindern dieses Alters muss geläufig sein.“ Eltern beispielsweise sind jederzeit als Betreuer willkommen.

Wie eine Kinderfeuerwehr aufgebaut werden soll und was zu vermitteln ist, das steht in einem dicken Ordner, der in den vergangenen Monaten erstellt worden ist. Jede Feuerwehr, die eine Kindergruppe gründen will, bekommt den zur Verfügung gestellt.

Auf den Erfolg hofft Fahrafellner: „Wenn wir das freiwillige Feuerwehrwesen auch noch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte absichern wollen, sind derartige Aktivitäten unerlässlich.“