Karl Habsburg als gesund aus Quarantäne entlassen. Während die Coronavirus-Pandemie in Österreich ihrem Höhepunkt erst zusteuert, sind die ersten Erkrankten wieder genesen. Offiziell waren es bis Freitag 225. Einer unter ihnen ist Kaiser-Enkel Karl Habsburg. Er teilte am Donnerstag mit, dass "ich nach der Infizierung mit dem Covid-19-Virus nach fast drei Wochen offiziell wieder gesund" sei. Auch ein Tiroler Arzt ist inzwischen wieder genesen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 27. März 2020 (14:33)
Karl Habsburg
APA, HERBERT PFARRHOFER

Auf Anfrage sagte der ehemalige EU-Parlamentarier, dass er sich öffentlich nicht näher zur Erkrankung äußern möchte, und verwies auf seine Mitarbeiter. Auf der österreichischen Homepage der Paneuropabewegung, wo er als deren Präsident unter "Karl von Habsburg" geführt wird, teilte er am Donnerstag mit, dass er soeben - nach negativem Corona-Test - den Bescheid über die Aufhebung der Isolation erhalten habe. "Auch wenn damit die häusliche Quarantäne für mich aufgehoben ist, ist es auch für mich keine Rückkehr zum normalen Leben. Die Lage macht es notwendig, zu Hause zu bleiben. Das ist die beste Möglichkeit, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen." Aus seinem Haus in Niederösterreich hatte er während der Krankheit wissen lassen, dass es zwar lästig sei, ihm aber gut gehe. "Es ist ja nicht die schwarze Pest."

Die APA spürte noch weitere Genesene auf, die meisten wollten sich aber nicht öffentlich äußern. Einer wollte sprechen, scheint aber in keiner offiziellen Statistik auf: der pensionierte Kinderarzt Reinhold Gasser aus der Tiroler Gemeinde Mils (Bezirk Innsbruck-Land). Er erkrankte am 9. März, seine Frau am Tag davor. "Ich habe am 9. die 1450 gewählt und meine Beschwerden geschildert. Aber ich war davor in keinem Risikogebiet und hatte auch keinen bestätigten Covid-19-Fall in der unmittelbaren Umgebung, also wurde ich nicht zu einem Test zugelassen", schilderte er.

Er sei dann die ganze Woche krank gewesen, fühlte sich aber gegen Ende der Woche endlich besser. Doch am vergangenen Samstag sei er erneut "echt krank" geworden, mit Fieberattacken, Übelkeit und Bauchbeschwerden. Seit Anfang dieser Woche gehe es ihm aber wieder besser, inzwischen sei er so gut wie gesund. Bei seiner Frau seien vor allem Gliederschmerzen und starke Müdigkeit aufgetreten.

Der Mediziner war sich von Anfang an sicher, am Coronavirus erkrankt zu sein. Zwei mögliche Ansteckungsquellen konnte er ausmachen: Seine Frau besuche einen Italienischkurs, in dem mehrere Personen und Angehörige ebenfalls erkrankt sind, und von denen einige in Italien zum Skifahren waren. Und zum zweiten hätten er und seine Frau von 6. bis 8. März Kurzurlaub auf einer Hütte gemacht, und vier andere Teilnehmer seien ebenfalls erkrankt. "Das sind insgesamt 13 Krankheitsfälle, aber nur bei einem einzigen ist ein Test durchgeführt worden."

Und auch der erfolgte nur wegen der Hartnäckigkeit des Tiroler Chirurgen Christoph Harpf. Der Arzt aus Hall in Tirol gehörte der Gruppe auf der Skihütte an, und etwa fünf Tage danach traten bei ihm die ersten Symptome auf. "Es ist mir aber nicht gelungen, einen Test zu bekommen", sagte er zur APA. Nach rund einer Woche wurde über einen ihm bekannten Mediziner dann doch eine Testung veranlasst, die am 18. März genommen wurde. Zwei Tage später sei ihm das positive Ergebnis mitgeteilt worden.

"Dann hat der Amtsarzt angerufen und alles erhoben, und noch am Abend ist mir durch die Polizei der Bescheid zugestellt worden." Auch das Landeskriminalamt habe bei ihm ermittelt. Seither werde er von den Behörden täglich kontaktiert. Harpf sagte, dass es ihm kurz nach der Erkrankung schon wieder besser gegangen sei. Doch bald darauf habe er plötzlich den Geruchs- und Geschmackssinn fast verloren und dann auch extreme Muskelschmerzen bekommen, vor allem am Rücken. Inzwischen geht es ihm laut eigenen Angaben wieder deutlich besser, er fühle sich fast gesund, müsse aber noch eine Woche in Quarantäne bleiben. "Danach kann ich wenigstens ohne Gefahr die Praxis wieder öffnen."