Fast jeder Dritte will sich impfen lassen. Im Oktober starten Grippeimpfungen. Politik und Ärzte rechnen mit großem Andrang. Ob genug Dosen vorhanden sind, ist unsicher.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 23. September 2020 (05:27)
Älteren Menschen und Risikopatienten wird die Impfung genau wie Kindern heuer speziell empfohlen.
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Im Herbst beginnt die Grippe-Saison. In der Vorwoche haben die ersten niederösterreichischen Apotheken den Influenza-Impfstoff erhalten. Im Oktober und November sollen dann die Impfungen vorgenommen werden.

Zur Verfügung steht in Österreich heuer laut Apothekerkammer rund 60 Prozent mehr Impfstoff, als im Vorjahr verimpft wurde – 1,25 Millionen Dosen. Trotzdem ist unsicher, ob sich alle, die das wollen, auch impfen lassen können: „Ob die Steigerung an vorhandenem Impfstoff ausreicht, wird die Nachfrage im Herbst und Winter zeigen“, heißt es seitens der NÖ-Apothekerkammer.

Lag die Durchimpfungsrate gegen Influenza im Vorjahr bei nur acht Prozent, steigt das Interesse heuer stark: In NÖ hat es sich laut Apothekerkammer etwa verdreifacht. Umfragen bescheinigen sogar 30 Prozent der Bevölkerung ein Interesse an der Grippeimpfung. „Ob diese Zahl erreicht werden kann, ist aus meiner Sicht fraglich. Ich erwarte mir aber wegen der Corona-Pandemie eine höhere Sensibilität beim Thema Impfen“, sagt Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Spitalsbetten sollen frei gehalten werden

Weil das Aufeinandertreffen von Grippe und Corona etwa Diagnosen erschweren könnte, wird die Impfung von vielen Seiten empfohlen. In einem Jahr, in dem Ärzte mit Corona-Patienten beschäftigt sein werden, gelte es, die Zahl der Influenza-Patienten möglichst gering zu halten, betont NÖ-Ärztekammer-Vizepräsident Dietmar Baumgartner. Auch, um Spitäler nicht zusätzlich zu belasten, meint Königsberger-Ludwig.

Für Kinder wurde die Grippeimpfung erstmals ins Gratis-Impfprogramm aufgenommen. Dafür habe der Bund zusätzliche Dosen beschafft, die von niedergelassenen Kinderärzten verimpft werden sollen. Angst vor der Nadel brauchen die Kleinen übrigens keine zu haben: Für sie gibt es auch einen Impfstoff als Nasenspray. „Darüber hinaus konnten wir Impfstoffe, die speziell für die Altersgruppe 65+ produziert wurden, sicherstellen“, so Königsberger-Ludwig. Zum Einsatz kommen diese in Alten- und Pflegeheimen.

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