„Schwerst infiziert“ vom Tanz . Die 41-jährige Manuela Danek, deren Tanzschule in Korneuburg ist, ist die einzige weibliche internationale Wertungsrichterin aus Österreich.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 18. September 2018 (01:18)
privat
Manuela Danek leitet seit 20 Jahren eine Tanzschule in Korneuburg

Korea, Frankreich oder Italien. Als internationale Wertungsrichterin von Tanzturnieren ist Manuela Danek gefragt. In Österreich gibt es nur drei davon. Sie ist die einzige Frau.

Mit 14 hat Danek den ersten Tanzkurs begonnen und ihrer Mutter versprochen, nur den Grundkurs zu machen: „Aber ich habe nie wieder aufgehört!“

Die 41-Jährige studierte Mathematik, Informatik und Sport auf Lehramt. „Ich habe immer schon gewusst, ich will Leute unterrichten.“ Mit 21 Jahren hat sie schon in einer HTL unterrichtet. Mit 22 eröffnete sie zusätzlich mit ihrem Mann Thomas eine Tanzschule in Korneuburg. Sie haben den Betrieb gemeinsam aufgebaut. Mittlerweile gibt es 14 Standorte.

"Es ist Wahnsinn, was sich da motorisch und sprachlich tut"

Danek liebt es, mit Menschen zu arbeiten, die sich gerne zur Musik bewegen. Vor allem bei Kindern würde sie sehen, was Musik bewirken könne: „Es ist Wahnsinn, was sich da motorisch und sprachlich tut.“ Ihre eigenen Töchter helfen bei den Kindertanzkursen bereits mit. Diese seien vom Tanzen ebenso „schwerst infiziert“ wie sie selbst. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tanzen jemals Arbeit wird“, schwärmt sie.

Seit sieben Jahren ist Danek nationale Wertungsrichterin, seit zwei Jahren auch internationale. Die Technik, die Choreografie, die Raumaufteilung … was bewertet wird, bestimmt der Tanz. „Bei einer Latinoshow ist etwa wichtig, dass während des Auftritts eine Geschichte erzählt wird“, erklärt Danek. Fünf bis sieben Richter gibt es pro Turnier. So käme eine faire Bewertung zustande.

Eine neue Aufgabe fordert die Korneuburgerin zusätzlich. Sie gibt nun Kurse im Männergefängnis, vor allem zum Thema Umgangsformen und Konfliktmanagement: „Ich versuche ihnen das, was ich glaube, dass sie weiterbringen kann, mitzugeben. Scheinbar gelingt es, meine Freude daran, an andere zu übertragen.“

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