Kein Leben ohne Fußball möglich. Nach drei Jahrzehnten beendet Markus Mayr seine Karriere als Schiedsrichter.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 06. November 2018 (02:24)
Raimund Bauer
Eine Verletzung „zwang“ Markus Mayr zur Schiedsrichterkarriere. Diese hat er nun nach 31 Jahren an den Nagel gehängt.

Mit fünf Jahren spielte Markus Mayr schon im Verein Fußball. „Ich war immer am Fußballplatz“, sagt der 54-Jährige heute. Er blickt auf eine 31-jährige Schiedsrichterkarriere zurück. Dass er diesen Weg einschlagen würde, sah lange Zeit gar nicht so aus.

Mayr ist in Oberösterreich aufgewachsen und sollte, wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, eigentlich ein Studium absolvieren. Doch er lernte den Beruf Bäcker, zog nach Niederösterreich und legte die Meisterprüfung mit Auszeichnung ab.

Zwei Jahre spielte Mayr, der heute mit seiner Ehefrau in Neumarkt an der Ybbs, Bezirk Melk, lebt, in Pöchlarn Fußball. Nach einem Kreuzbandriss riet ihm ein Arzt: „Wenn du kein Geld damit verdienst, hör auf.“

"Ich wollte so weit wie möglich kommen"

„Aber ich konnte mir kein Leben ohne Fußball vorstellen“, erinnert sich Mayr. Durch Zufall ergab sich die Möglichkeit, Schiedsrichter zu werden. Doch auch da wollte er es „g’scheit“ machen. Die erste Klasse interessierte ihn nicht. „Ich wollte so weit wie möglich kommen.“

Nur vier Jahre später pfiff Mayr dann in der Bundesliga. In den zwei höchsten Spielklassen des Landes hat er über 300 Spiele bestritten. Im Jahr 1997 begann er seine Karriere als FIFA-Assistent und war bei fast hundert internationalen Spielen dabei. Wie sehr er den Job liebt, wird klar, wenn er etwa vom Match Liverpool gegen Chelsea spricht: „Wenn die Fans „You’ll never walk alone“ singen, und du stehst unten. Da kriegst du eine Gänsehaut! Jetzt, wenn wir reden, krieg ich immer noch eine Gänsehaut!“

Jetzt, nach seinem Karriereende, wird er vermehrt im Lebensmittelladen seiner Ehefrau arbeiten. Außerdem hat der Hornist wieder mehr Zeit für die Musikkapelle. Obwohl Mayr das letzte Spiel nun gepfiffen hat, auf dem Fußballplatz wird er weiterhin anzutreffen sein.

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