„Fotografie auf Glas ist wie ein Gemälde“. Stefan Sappert fotografiert auf besondere Art – mit uraltem Verfahren auf Glasplatten.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 25. September 2018 (02:49)
Björn Vosgerau, auftragsfoto.at

Zucchero, David Duchovny, Parov Stelar, Thommy Ten und vor kurzem auch Johnny Depp. Sie alle hatte Stefan Sappert schon vor der Linse. Der Fotograf aus Texing, Bezirk Melk, bleibt seinen Kunden wohl aber besonders in Erinnerung, denn er verwendet bei den meisten Shootings eine spezielle Technik: Er fotografiert auf Glas.

Stefan Sappert
Zucchero: Das Cover zum Album „Wanted“ des Künstlers Zucchero hat Sappert gemacht.

Etwa mit 18 Jahren hat Sappert Fotografie als Hobby entdeckt und entwickelte für analoge Fotografie und ältere Kameras eine Leidenschaft. Während des Studiums an der Prager Fotoschule kam er so auf das Kollodium Nassplattenverfahren. „Ich habe recherchiert, weil ich auch solche Fotos machen wollte, aber da muss man seine eigenen Chemikalien anmischen.“

Technik ist aufwändig

Und das tat er. Die Technik ist aufwändig. Die Bilder entstehen alle auf schwarzem Glas, welches von einer Chemikalie beschichtet werden muss. Der 36-Jährige fotografiert mit einer Großformatkamera aus Holz aus dem Jahr 1860.

Stefan Sappert
Auch den international erfolgreichen DJ Parov Stelar hatte der Fotograf aus Texing im Studio.

Die Platte wird belichtet und anschließend in der Dunkelkammer entwickelt. Wenn das Bild sich entwickelt, könne man zuschauen. „Da sind dann alle sehr euphorisch. Da lege ich die Glasplatte in die Chemie und in 40 Sekunden kommt das Bild zum Vorschein.“

Nervosität vor Fotoshootings mit Promis

Vor Fotoshootings mit Promis sei Sappert „natürlich nervös“. Er habe nicht die Sicherheit digitaler Fotografie. Für ein Foto braucht er etwa eine Stunde. „Da ich aber immer sehr gut vorbereitet bin, klappt es normalerweise beim ersten Versuch.“

Stefan Sappert
Den Akte X Star David Duchovny konnte Sappert im Zuge eines Konzerts in Wien fotografieren.

Obwohl Sappert auch als Werbefotograf tätig ist, wo er digital fotografiert, schätzt er das Glasplatten-Verfahren nach wie vor: „Die Fotografie auf Glas ist wie ein Gemälde. Das Besondere an dieser Technik ist, dass jede Fotografie ein Unikat ist. Es gibt keinen Ausdruck, kein Negativ. Es ist ein handgefertigtes Einzelstück.“

Workshop:

https://www.lik.academy/wetplate

https://www.stefansappert.com/

https://www.auftragsfoto.at/

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