Forschung um das Rätsel der defekten Zellen. Eine junge Ybbserin arbeitete an der amerikanischen Elite-Uni Harvard für ihren Bachelor an der Kremser FH an einer Studie über Diabetes.

Von Nina Pöchhacker. Erstellt am 03. Januar 2018 (02:01)
Theresa Brandstetter studiert zurzeit im Masterprogramm an der Kremser Fachhochschule.
Privat

Stammzellen kennen kein Wochenende. Deswegen stand Theresa Brandstetter sieben Tage die Woche im Labor der Harvard Universität, um ihre Stammzellen „zu pflegen“. Die 21-Jährige aus Ybbs an der Donau (Bezirk Melk) war die erste Studentin der Fachhochschule Krems, die in der Abteilung für Stammzellenforschung der Eliteuniversität im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts ein Auslandspraktikum absolvieren durfte.

Mit ihren jungen Jahren hat sie etwas geschafft, von dem viele Wissenschaftler ein Leben lang träumen. „Primär hab’ ich dort an meinem eigenen kleinen Forschungsprojekt gearbeitet, konnte aber auch bei diversen anderen Studien mitwirken“, beschreibt Theresa Brandstetter ihre Tätigkeit im Labor. Für ihr Bachelorprojekt im Studiengang „Medizinische und pharmazeutische Biotechnologie“ untersuchte sie, wie sich das Fehlen eines bestimmten Gens auf die Entwicklung von Typ 1 Diabetes auswirkt.

Tägliche Aufgaben in der Forschung

Was fällt unter die täglichen Aufgaben einer Zellenforscherin? „Ich habe Gene aus der DNA von Stammzellen herausgeschnitten, um dann die ‚Knockout’-Zellen weiter zu vervielfachen. Knockout bedeutet, dass in diesen Zellen ein oder mehrere Gene deaktiviert worden sind. An diesen differenzierten Zellen führt man dann im Endeffekt die Experimente durch.“

So kamen auch die vielen Arbeitsstunden zusammen, denn Zellen wachsen ständig und müssen „gefüttert“ werden: „Da muss man sich mit den Arbeitszeiten nach dem Befinden der Zellen richten.“ Der Einsatz hat sich gelohnt. Ihr Bachelorstudium schloss die Ybbserin im Juni mit Auszeichnung ab, ihre Abschlussarbeit über Diabetes wurde von der „BioTec Area Krems“ als die Beste des Fachhochschul-Jahrgangs geehrt. Dafür erhielt sie den „Krems Cooperation Research Award“.

Ihre Begeisterung für Zellforschung sieht sie in ihrem Interesse für Medizin begründet, aber auch in ihrer „leicht perfektionistischen Art“: „In der Zelle muss ja auch alles perfekt ablaufen, damit es funktioniert. Dabei ist für mich der spannende Aspekt, was dann bei einer Krankheit innerhalb der Zelle falsch läuft.“

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