Die Veganer kommen!. Karl Merkatz (l.) kehrt als „Blunzenkönig“ ins Kino zurück. Der Film wurde vor allem im Weinviertel gedreht, der Stoff stammt von Christoph Frühwirt.

Von Gerti Süss. Erstellt am 10. August 2015 (02:36)
NOEN, Bonus Film

Als grantelnden Wiener kennt man Karl Merkatz schon lange. Auch als Fleischhauer namens „Bockerer“. Nun kehrt er ab 27. August als „Blunzenkönig“ auf die Kinoleinwand zurück. In dieser Rolle ist er ebenso Fleischhauer, aber auch Wirt und lebt im Weinviertel, genauer gesagt in Ottenthal, wo der Film im Herbst gedreht wurde.

Die Geschichte, des Weinviertler Wirten, der seinen Betrieb nicht an seinen Sohn weitergeben will, weil dieser ein vegetarisches Restaurant daraus machen will, ist nicht ganz neu: Der Hauptfigur liegt ein Hörspiel sowie ein Bühnenstück des Regisseurs Christoph Frühwirt zugrunde, ebenso mit Karl Merkatz in der Hauptrolle. „Das Hörspiel ist schon elf Jahre alt. Erst viel später habe ich gemeinsam mit Karl ein Drehbuch entwickelt“, erzählt Frühwirt, der auch zehn Jahre lang die Monodramen der Burgarena Reinsberg zur Aufführung brachte.

"Heimatfilm mit tragisch-komischen Tönen"

Fürs Weinviertel als Drehort habe man sich entschieden, weil die Gegend den Grundton des Films wesentlich beeinflussen konnte, wie Regisseur Leo Bauer erklärt: „Das leer stehende Gasthaus Schimpf in Ottenthal war perfekt für so einen Heimatfilm mit tragisch-komischen Tönen.“

Theoretisch hätte der Generationenkonflikt zwar überall spielen können. „Aber dieser perspektivenlose Landstrich hat die Thematik noch einmal verstärkt“, so Bauer. Inge Maux, bis vor kurzem auch bei den Sommerspielen Melk und nun beim Blunzenkönig als weibliche Hauptdarstellerin zu sehen, findet den Drehort alles andere als trist: „Ich hab’ mich in diese archaische Landschaft verliebt. Während der Dreharbeiten wurde das total zu meiner Welt. Und ich habe auch das Filmschwein Mariandl ins Herz geschlossen“, erzählt die Schauspielerin.

Filmschwein lebt nun auf Gnadenhof

Das Schwein, das die Filmcrew einem Ottenthaler Bauern abgekauft hatte, darf seinen Lebensabend nun auf einem Gnadenhof in Göpfritz verbringen.

„Karl Merkatz und ich meinten, dass Mariandl geschlachtet gehört, so wie das eben passiert, aber die Frauen am Set haben auf den Gnadenhof bestanden“, erzählt Christoph Frühwirt.

Für Merkatz wäre das Schlachten keinesfalls abwegig gewesen: „Als 1943 die Bomben auf Wiener Neustadt fielen, wurde ich als Kind zu meiner Tante ins Burgenland gebracht. Dort habe ich beim Schlachten zugesehen und später das Blut rühren dürfen“, erzählt der 84-Jährige.

Diese Anekdote ist nur eine von vielen Parallelen zwischen Merkatz und dem Blunzenkönig – und deswegen hat Autor Christoph Frühwirt eine Biografie über den Schauspieler verfasst, die mit den Filmkapiteln verquickt wurde. „Das Buch wird ,Ein Schamerl braucht vier Haxen’ heißen und im November, zu Merkatz’ 85. Geburtstag, erscheinen“, verrät Frühwirt.