Triumph der Rockbands. Der zweite Konzerttag des Frequency-Festivals prägten einerseits alteingesessene Rockbands und andererseits wummernde Elektronik-Klänge. Ganz ohne Absagen ging es auch nicht: Echosmith traten nicht auf, an ihrer Stelle bekam die Vorband Exclusive einen späteren Slot.

Von Gerti Süss. Erstellt am 22. August 2015 (10:45)
Das Konzert von Dawa war überschattet von einem zweifachen Wirbelbruch der Cellistin Laura Pudelek, die das Konzert aber trotzdem bravourös – im Stützkorsett (!) – durchstand.

Die aus dem Waldviertel stammende Dawa-Sängerin Barbara Wiesinger (in Arbesbach im Bezirk Zwettl augewachsen, dann nach Mühlfeld/Horn gezogen) gab mehrmals kund, wie sehr es sie alle freue, auf der Frequency-Bühne spielen zu dürfen, wo sie doch vor wenigen Jahren selbst noch Gäste auf dem Festival waren.

Das Publikum goutierte so viel Durchhaltevermögen und Dankbarbeit mit reger Teilnahme. Auch wenn die Band heuer knapp das Song Contest-Ticket verfehlt hatte –am Frequency zählte das Dawa-Konzert zu den stimmungsvollsten Auftritten an diesem Nachmittag.



Fetzig ging es danach bei der britischen Band The Wombats weiter. Mit ihrer Performance zeigten sie, dass das neue Album live gut ankommt – trotzdem wäre es schön gewesen, wenn sie auch ein paar mehr von ihren älteren Hits zum Besten gegeben hätten.

Zu den Überraschungen des Abends zählte jedoch Simple Plan: Die US-Band, die heuer ebenso wie das Frequency-Festival ihr fünfzehnjähriges Bestehen feiert, konnte die Massen mit zahlreichen altbewährten Hits mitreißen. Dass sie selbst Spaß auf der Bühne hatten, konnte man ihnen dabei stets ansehen.

Stilbruch auf der Mainstage

Mit Nero und anschließend The Prodigy kam es zu einem Stilbruch auf der Mainstage – die rockigen Töne von zuvor wurden von lauten Elektroklängen und dröhnendem Bass abgelöst.

Auf der Green Stage sorgte in der Zwischenzeit der hochgelobte UK-Sänger Kwabs für soulige Klänge, inklusive seinem Megahit „Walk“. Bei Kwabs bereits gut besucht, war der Bereich vor der Green Stage spätestens bei The Offspring zum Bersten voll. Mit Hits wie „Pretty Fly“ und „Self Esteem“ brachte die US-Band Jung und Alt zum mitgröhlen – womöglich wäre die Mainstage doch der bessere Platz für die Band rund um Brian Dexter Holland gewesen.

Dort stellten jedoch zeitgleich The Prodigy den Headliner. Es war nicht der erste St. Pölten-Auftritt der englischen Elektropunkt-Band, die eigentlich eine große Fangemeinde in Österreich hat – und trotzdem konnte The Prodigy nur einen Teil des Publikums mitreißen.

Womöglich hatten sich viele schon auf den Weg auf den Campingplatz oder in den Nightpark gemacht – letzterer war dann zumindest ab 0:30 Uhr, beim Auftritt des österreichischen DJ-Duos Klangkarussell , zum Bersten voll. Im Nightpark, der heuer erstmals in den VAZ-Hallen und nicht mehr in der Kopalkaserne eingerichtet war, lief das DJ-Line-Up dann noch bis sechs Uhr morgens.