Bettina Masuch leitet ab 2022 St. Pöltens Festspielhaus. Die heute, Freitag, präsentierte, neue künstlerischer Leiterin des St. Pöltner Festspielhauses heißt Bettina Masuch. Kommt aus dem deutschen Solingen. Und will ab der Saison 2022/23 in St. Pölten zu Tanz, Musik und Vermittlung auch neue Formate an "diesem sehr besonderen Ort" kreieren.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 30. Oktober 2020 (11:32)
Kommt aus Solingen und leitet ab 2022 St. Pöltens Festspielhaus: Bettina Masuch.
Florian Schulte

"Ich hab' mich wirklich ein bisschen verliebt!" Gibt Bettina Masuch zu. Und ist auch "ein bisschen aufgeregt". Denn: Die gebürtige Solingerin wird ab 2022 die Leitung von St. Pöltens Festspielhaus übernehmen. Als Nachfolgerin von Brigitte Fürle. Und als "beste Kandidatin", so NÖKU-Geschäftsführer Paul Gessl, unter insgesamt 48 Bewerbungen aus sieben Nationen. 

"Richtungsweisend" sei diese Entscheidung, die in der Jurysitzung Anfang September gefallen ist und heute, Freitag, auf der Bühne des Festspielhauses und im Live-Stream verkündet wurde, meint auch Festspielhaus-Geschäftsführer Thomas Gludovatz. Die neue, künftige Leiterin eine "namhafte Protagonistin des europäischen Tanzes". Und ihr Vertrag "beginnend mit 2022/23 für weitere viere Saisonen ausgelegt", so Gludovatz.

Soll unter seiner künftigen künstlerischen Leiterin zu einem "inklusiven Haus der Begegnung" werden: das St. Pöltner Festspielhaus.
Joanna Pianka

In denen will Bettina Masuch, die Theaterwissenschaft studiert hat, als Dramaturgin an der Berliner Volksbühne oder am Zürcher Schauspielhaus gearbeitet hat und zuletzt seit 2014 das Tanzhaus NRW in Düsseldorf geleitet hat, "neben Gastspielen und Konzertprogrammen" auch thematische Schwerpunkte setzen. "Zwei Themen, die mir sehr wichtig sind, sind Empathie und Fürsorge", so die gebürtige Solingerin, die auch nach St. Pölten übersiedeln wird.

Sie wolle, so Masuch, aber auch neue Formate entwickeln, etwa "Ein Tag, alle Räume" (so der Arbeitstitel), in dem mit einem Frühstück beginnend und mit einem Fest endend das gesamte Haus bespielt werden soll, oder auch eine Programmreihe mit dem Arbeitstitel "Anders hören", die Konzerte auch an anderen Orten und zu anderen Zeiten anbieten soll. Das Artist-in-Residence-Programm soll weiter ausgebaut werden, der Tanz gerade im Festspielhaus "groß gedacht" werden. Im Tanz sieht Bettina Masuch auch ihren "großen Schwerpunkt", neben der Musik und der Vermittlung, ihr gehe es aber auch "um Vorstellungen für die ganze Familie". 

"Wir müssen", so die künftige Festspielhaus-Leiterin, die diesen "sehr besonderen Ort" als "Haus der Begegnung, das kulturell mehrsprachig ist" versteht, "die Menschen von ihren Netflix-Abenden zurück ins Festspielhaus holen!"