So wichtig ist der Wirt. Über die Wiedereröffnung in der Gastronomie, deren Stellenwert erst die Zwangspause verdeutlicht hat.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 20. Mai 2020 (00:17)

In den Kirchen wurden am Wochenende wieder Gottesdienste gefeiert, der Großteil der Schüler besucht seit Montag den Unterricht und die Wirte im Land konnten ihre Sperrstunde beenden. Nach den zweimonatigen Beschränkungen aufgrund der Coronapandemie ist in den vergangenen Tagen ein großer Schritt zurück zur Normalität gesetzt worden – wenn auch unter außergewöhnlichen Bedingungen.

Wegen der wirtschaftlichen Ausnahmesituation richtete sich der Fokus dabei auf das Comeback der Gastronomie. Denn schon vor Corona stand es um viele Gasthäuser nicht besonders rosig: Gutes Personal ist aufgrund des mäßigen Lohnniveaus und flexibler Arbeitszeiten schwer zu finden. Laufend veränderte Bestimmungen zum Nichtraucherschutz in den vergangenen Jahren verursachten hohe Kosten.

Nachdem das allgemeine Rauchverbot dann endlich umgesetzt wurde, gab das vielen Wirten noch einen Dämpfer. Und vor allem in ländlichen Gebieten ist die Nachfolgeproblematik bei Gaststätten groß. Jetzt kam noch die Zwangspause dazu.

Doch die Krise hat gezeigt, wie stark die Gastronomie für das soziale Gefüge im Land steht. Hier wird diskutiert, politisiert, kommuniziert und gestritten. Vor allem ist das Wirtshaus auch ein unverzichtbarer Abnehmer für die Landwirte und wichtiger Motor für die Wirtschaft. Einkaufen macht nur dann richtig Spaß, wenn man dazwischen auf einen Kaffee oder essen gehen kann. Die Coronakrise werden nicht alle Gaststätten überleben.

Eines zeigt sich aber deutlich: Das Wirtshaus ist ein Kulturgut. Es gehört geschützt und unterstützt. Von der Politik, aber auch von uns allen.

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