Ins Boot mit der Funktionärbasis. Über Ehrenamtliche im Sport und ihr Potenzial.

Von Bernhard Schiesser. Update am 13. Mai 2020 (04:22)

Die tausenden Ehrenamtlichen in Niederösterreichs Vereinen werden von der Politik sowie den Dach- und Fachverbänden gerne als „hohes Gut“ tituliert. Und tatsächlich: Das sind die Menschen, die die Struktur leben, die andere vorgeben. Und das noch dazu meistens gratis.

Gerne werden diese Menschen aber auch als „Buckeln“ gesehen, die die Drecksarbeit erledigen, damit andere glänzen können. Widerspruchslos, pflegeleicht – am Gängelband der Abhängigkeit von Förderungen bzw. Sanktionen.

Ehrenamtliche sind aber auch deshalb ein hohes Gut, weil sie nicht nur hackeln, sondern weil sie sich auch Gedanken über Fehlentwicklungen und Verbesserungspotenziale machen. Das bedingt natürlich eine Veränderungsbereitschaft bei den Sport-Eliten. Man darf da nicht ungerecht sein: Veränderung verunsichert. Und als ob unsere schnelllebige Zeit nicht schon Rasanz genug garantierte, kommt jetzt auch noch der Coronaschock samt unvorhersehbaren Folgen auf sie zu.

Gerade jetzt ist es wichtig, die Basis ins Boot zu holen. Es gibt sie da draußen, die Ehrenamtlichen, die sich Gedanken machen und die Ideen haben. Karl Geist vom Waldviertler Fußballklub SV Haie Hoheneich ist einer davon.

Apropos Veränderungswille im Fußball: Es liegt ein paar Jahre zurück, als die Raumdeckung den Fußball taktisch revolutionierte. Einige Trainer hielten eisern an „...und wenn er aufs Häus‘l geht, rennst ihm auch nach“ fest. Sie ereilte das Dinosaurier-Schicksal.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das gilt nicht nur für Trainer.