Denkräume für Diskurse ohne Tabus. Am Heldenberg wurde das Thema Kulturen im Wandel der Bildung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.

Von Sandra Frank. Erstellt am 24. September 2019 (05:30)
Barbara Witzany
Moderator Daniel Lohninger mit den Diskutanten Sonja Zwazl, Christiane Teschl-Hofmeister, Julian Nida-Rümelin, Andreas Ferner und Günther Ofner.

Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zogen sich zwei Tage in sogenannte Denkräume zurück, um verschiedene Aspekte des Themas Kulturen im Wandel der Bildung mit Fokus auf dem Fachkräftemangel zu diskutieren. Geschehen ist das beim nun dritten „BildungsKonzil Heldenberg“.

Damit begründete die Wirtschaftskammer NÖ ein Format, das Fragehorizonte erweitern und gesellschaftliche Aufgaben formulieren soll. Was das Format auszeichnet? „Die verschiedenen Eindrücke und Sichtweisen“, sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl am letzten Tag des BildungsKonzils Heldenberg im Bezirk Hollabrunn. „Es ist spannend, wie Sie sich einbringen. Ein Diskutieren ohne Tabus“, dankte sie den Teilnehmern.

In der Theorie werde von Bildung als höchstes Gut gesprochen. Doch die Keynote Speaker gaben einen Einblick in die Realität: Die Stellung von Lehrern und Kindergartenpädagogen sei in der Gesellschaft eher schlecht, wie HAK-Lehrer Andreas Ferner am eigenen Leib erfährt. Das mache den Lehrberuf wenig attraktiv. Durch einen „Akademikerwahn“, wie der deutsche Philosoph Julian Nida-Rümelin die Situation der vergangenen Jahre bezeichnet, gebe es genug promovierte Psychologen und Soziologen, das Pflegepersonal müsse aber aus dem Ausland importiert werden, weil die berufliche Bildung kaum gefördert wurde. „Ein ziemlicher Schlamassel“, sagt Nida-Rümelin.

Was getan werden muss, um aus diesem herauszukommen? „Die Lehrer stärker in die Bildungsdebatte einbringen“, findet Ferner. Es brauche Wertschätzung und gutes Gehalt, um Berufe attraktiver zu machen, um so dem Fachkräftemangel in vielen Bereichen entgegenwirken zu können.