Eine Klinik für jede NÖ-Region. Um sich auf mehr Erkrankte vorzubereiten, spezialisieren sich fünf Kliniken auf Covid-19.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 24. März 2020 (04:37)
Fünf Landeskliniken in NÖ werden sich um die Betreuung von Covid-19-Patienten kümmern, die eineSpitalsbehandlung benötigen. Darunter auch Waidhofen an der Thaya.
Michael Schwab

Covid-19-Patienten versorgen, gleichzeitig aber eine weitere Verbreitung eindämmen – das sind die Herausforderungen von Niederösterreichs Gesundheitssystem. Was getan wird?

Mehr Betten

Am Freitag wurden 37 Patienten mit Coronavirus im Spital behandelt. Am Sonntag waren es bereits 55. Um Patienten wohnortnahe versorgen zu können, wird in jeder der fünf Gesundheitsregionen ein Krankenhaus Covid-19-Erkrankte, die im Spital behandelt werden müssen, aufnehmen. Neben Melk sind das Lilienfeld, Neunkirchen, Hollabrunn und Waidhofen an der Thaya.

Basis dafür ist ein Stufenplan, der die Möglichkeit bietet, die Kapazitäten danach anzupassen, was gerade gebraucht wird, so Konrad Kogler, Leiter des Krisenstabs und Vorstand der NÖ Landesgesundheitsagentur. Insgesamt können durch eine stufenweise Erhöhung der Kapazitäten bis zu 960 Patienten in den fünf Kliniken versorgt werden.

Die Versorgung an den einzelnen Standorten sei gesichert, betont Bernhard Jany, Sprecher der NÖ Landesgesundheitsagentur. Dank der Verschiebung von Eingriffen und dem Netz von 27 Klinik-Standorten in NÖ.

Reha nur in dringenden Fällen

Rehabilitationseinrichtungen und Kuranstalten wurden geschlossen. Weiter betreut werden nur Patienten, die eine Behandlung dringend benötigen, wie etwa nach einem Schlaganfall oder bei einer Krebserkrankung. Dadurch werden Kapazitäten für Coronapatienten frei.

Nur Notfälle in Ordinationen. Im niedergelassenen Bereich gilt bei Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten: Aufschiebbare Termine verschieben! Bei Akutfällen unbedingt vorher anrufen! Hygienemaßnahmen und Sicherheitsabstand einhalten! Zwei Meter Abstand halten heißt es auch in Apotheken. Muss man draußen warten, bitte erst eintreten, wenn jemand die Apotheke verlassen hat.

Angehörige können Medikamente abholen

Weitere Maßnahmen, um unnötige soziale Kontakte zu vermeiden, hat die Gesundheitskasse gesetzt. Ärzte können Patienten telefonisch krank schreiben und Rezepte verordnen. Gesund schreiben kann man sich übrigens selbst. Medikamente können auch von anderen, die Namen und SV-Nummer des Patienten kennen, abgeholt werden. Bei Medikamenten kann der Monatsbedarf abgegeben werden.

Betroffene zu Hause

Die mobilen Teams der Rettungsdienste, die bei Verdachtsfällen Tests durchführen, wurden erneut aufgestockt. Und: 18 Ärzte in NÖ übernehmen die Visite für bestätigte Covid-Patienten.

Schutzmasken & Co

Auf Facebook rief Österreich-Ärztekammer-Präsident Thomas Szekeres am Samstag den Bund dazu auf, sich um den Masken-Mangel zu kümmern. Unterstützt wird er dabei auch von NÖ-Ärztekammer-Präsident Christoph Reisner. Auch die NÖ Kammer hat schon Angebote von Masken-Firmen erhalten, die bundesweit entschieden werden müssten.

Masken werden gebraucht, auch wenn schon einige organisiert werden konnten. 6.400 FFP3-Masken gab es von der Gesundheitskasse für Kassenärzte (Allgemeinmedizin, HNO, Kinderheilkunde, Innere Medizin und Pneumologie). 3.000 Schutzanzüge und 150.000 Masken spendet der Bahnlogistikkonzern CRRC, zu dem Arbeiter-Samariter-Bund-Präsident und Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl Kontakt aufgenommen hat, an Einsatzorganisationen und Kammern.