Digitale Bildung schon in der Volksschule. Ab Herbst sollen Kinder der 3./4. Schulstufe spielerisch den Umgang mit der Technik lernen. Debatte um Finanzierung.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 31. Januar 2017 (01:27)
Käfer
Sonja Hammerschmid will auch die digitale Kompetenz der Lehrer verstärkt schulen.

Die Digitalisierung ist eines der meistgenannten Zukunftsthemen. Deshalb will Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) ab Herbst die „digitale Grundbildung“ auch in allen Schulen verankern.

Unter dem Schlagwort „Schule 4.0“ ist geplant, dass sich die Kinder bereits in der Volksschule mit dem Thema beschäftigen. „Als Teil der Lehrpläne sollen sich die Schüler spielerisch mit der Technik und den Problemlösungen beschäftigen“, meint die Ministerin. In der Sekundarstufe 1 (NMS, AHS-Unterstufe) wird digitale Grundbildung als „verbindliche Übung“ eingeführt. Im Rahmen von zwei bis vier Wochenstunden soll der kritische Umgang mit sozialen Netzwerken ebenso gelehrt werden wie gewisse Standardprogramme. Benotung wird es dafür aber keine geben.

Auch der niederösterreichische Landesschulratspräsident Johann Heuras weiß, dass an der Digitalisierung in der Schule kein Weg vorbeiführt: „Aber alles mit Maß und Ziel. In der Volksschule sollte Schreiben, Lesen und Rechnen im Vordergrund stehen“, betont Heuras, der so wie Hammerschmid aber auch einen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung der Lehrer bei diesem Thema legen will. Entscheidend sei der didaktische Bereich. Prinzipiell, so Heuras, würden in Niederösterreich bereits jetzt alle Schulen in unterschiedlicher Form digitale Medien einsetzen.

Für heftige Debatten hat Hammerschmids Vorschlag gesorgt, jedes Kind nach der Volksschule mit einem Tablet und nach der Unterstufe mit einem Laptop ausstatten zu wollen. Der Aufschrei von den Gemeindevertretern kam prompt. Sie weigern sich, etwaige Kosten zu übernehmen. Und auch Heuras fragt sich: „Mir konnte noch niemand sagen, wie das finanziert werden soll.“