Bahntechnologie: Zug um Zug zum Topjob. In St. Pölten wird ein für den deutschsprachigen Raum einzigartiges Studium der Bahntechnologie angeboten. Die Berufschancen für Absolventen sind hervorragend.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 28. Februar 2017 (01:07)
Knoll
Exkursionen zum Bahnbaumaschinen-Weltmarktführer Plasser & Theurer gehören für Departmentleiter Otfried Knoll und seine Studenten zum Alltag. Dort wird am Schwellen-Stopfsimulator geübt, um Gleise horizontal auszurichten.

Mit 1.426 Kilometern pro Jahr je Einwohner ist Österreich EU-weit Meister im Bahnfahren. Im internationalen Spitzenfeld liegt unser Land auch bei der Ausbildung von Eisenbahnspezialisten. Seit 2008 wird an der Fachhochschule St. Pölten ein Studium für Bahntechnologie angeboten. Zusätzlich zum Bachelor-Studium läuft seit 2011 auch der Master-Studiengang.

In Kooperation mit den Fachhochschulen im schweizerischen Winterthur und in Erfurt (Deutschland) wurde 2013 zudem der Master-Weiterbildungslehrgang „Europäische Bahnsysteme“ ins Leben gerufen. Und das sehr erfolgreich. Die im deutschsprachigen Raum einzigartige Ausbildung weckt auch das Interesse bei Studenten aus dem Ausland. „Der Zulauf ist sehr erfreulich. Wir haben aktuell 155 Studierende in der akademischen Bahnausbildung“, freut sich Otfried Knoll, Leiter des Departments für Bahntechnologie und Mobilität an der Fachhochschule St. Pölten.

Kraus
Otfried Knoll

Für Knoll ist St. Pölten mit dem ÖBB-Ausbildungszentrum Wörth ohnehin die Eisenbahn-Hauptstadt schlechthin.

Und genau diese Lehrstätte teilt sich die Fachhochschule auch mit den Österreichischen Bundesbahnen. Dort soll den angehenden Akademikern die sogenannte „Hands-On“-Mentalität gelehrt werden. Das Wissen alleine ist zu wenig, auch das Können zählt. „Wir bilden natürlich keine Lokführer oder Fahrdienstleiter aus. Aber auch diese Fähigkeiten sind Teil der Ausbildung“, sagt Knoll.

Dass zwei Drittel der Studierenden den Studiengang berufsbegleitend absolvieren, hilft zusätzlich. Überhaupt werden die Studierenden von sechs Dozenten und über 100 Lektoren aus der Praxis zu Generalisten ausgebildet. Dazu gehören neben der Technik auch rechtliche und betriebswirtschaftliche Belange. Nur so können alle Bereiche im Eisenbahnwesen abgedeckt werden. Modernste Software-Schulungen im hauseigenen „raiLab“ sowie Fachexkursionen zu den Schauplätzen des Eisenbahnwesens runden das Programm ab.

Die Vielfalt der Ausbildung zeigt auch die Liste jener Firmen und Institutionen, bei denen die 230 Absolventen und Absolventinnen bislang einen Job gefunden haben. Hilfreich sind dabei die Partnerschaften der FH St. Pölten mit Unternehmen wie Siemens oder der ÖBB. Probleme, eine Stelle zu bekommen, kennen die Bahntechnologen nicht. Beim größten Arbeitgeber der Branche, den ÖBB, sind 40.000 Mitarbeiter beschäftigt und die Bahntechnologen sehr gefragt. Das gilt auch für Landesregierungen, Bezirkshauptmannschaften, Privatbahnen oder die Wiener Linien.

Infos zum praxisorientierten Eisenbahn-Studium an der FH St. Pölten beim Open Day am 10. März von 13 bis 18 Uhr oder
unter www.fhstp.ac.at/dbm