Elisabeth Götze führt Grüne in den Wahlkampf. "Wir haben uns zurückgekämpft!" Mit dieser Motivation konnte Elisabeth Götze, Vizebürgermeisterin von Eichgraben überzeugen: Die 53-Jährige wurde zur Spitzenkandidatin der Grünen NÖ gewählt.

Von Sandra Frank. Update am 16. Juni 2019 (18:58)

Wie Basisdemokratie funktioniert, zeigten die Grünen bei ihrem Landeskongress in Hollabrunn: Wer einen Platz auf der Landesliste haben wollte, der musste sich bei den Delegierten darum bewerben. Nach einer Rede wurden bei einem Hearing Fragen an die Kandidaten gestellt, danach wurde gewählt.

Die erste, die sich über einen Erfolg freuen durfte, war Elisabeth Götze. Die Vizebürgermeisterin von Eichgraben (Bezirk St. Pölten) wurde mit 64,4 Prozent der Stimmen zur Spitzenkandidatin der Grünen gewählt. 

"Die Stimmung ist gut, aber wir müssen uns anstrengen"

Bereits bei ihrer Bewerbungsrede erntete Götze viel Applaus. „Wir waren erschüttert“, erinnert sie sich an die letzten Nationalratswahlen, als die Öko-Partei nicht mehr ins Parlament einziehen konnte. „Aber wir waren hartnäckig und haben uns mit unseren Themen zurückgekämpft“, ist die dreifache Mutter überzeugt.

Sie schwor ihre Mitstreiter bereits auf den Wahlkampf ein: „Die Stimmung im Land ist gut, aber wir müssen uns anstrengen!“ 103 der 162 Delegierten wählten Götze zu ihrer Spitzenkandidatin.

Die Grünen NÖ
Helga Krismer (Mitte), Klubobfrau der Grünen, mit den frisch gewählten Kandidaten für die Nationalratswahl (v.l.): Süleyman Zorba, Alexandra Adler, Elisabeth Götze, Ulrike Fischer, Martin Litschauer und Raphael Neuwirth.

Um den zweiten Listenplatz zu besetzen, brauchte es schon mehrere Wahlgänge, da keiner der Kandidaten im ersten Durchgang die nötigen 50 Prozent der Stimmen bekamen. Es kam schließlich zur Stichwahl zwischen Ulrike Fischer (46) und Gabriele Gerbasits. Von Fischer, die Vizebürgermeisterin in St. Andrä Wördern (Bezirk Tulln) ist, waren 52,8 Prozent überzeugt.

Dritter Listenplatz geht an Süleyman Zobra (26)

Ein besonderes Geschenk zu seinem 26. Geburtstag, den er beim Landeskongress feierte, bekam Süleyman Zobra. „Meine Generation ist geprägt von Katastrophen. Wir sind wütend und frustriert. Wir fühlen uns um unser Recht auf eine lebenswerte Zukunft betrogen.“

Mit diesen Worten bewarb sich der junge Mann aus Traismauer (Bezirk St. Pölten) um Platz drei auf der NÖ-Liste. Er will nämlich nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern gemeinsam mit den Grünen die Ärmel hochkrempeln und nach vorne schauen.

Der Applaus, den Zobra schon während seiner Rede erhielt, ließ ein eindeutiges Ergebnis bereits erahnen. Mit stolzen 71,7 Prozent der Stimmen setzte er sich gegen seine Mitbewerber durch.

Weitere Listenplätze ebenfalls fix

Hinter Zobra wird Martin Litschauer kandidieren. Der 44-jährige ist Stadtrat in Waidhofen an der Ybbs. Unternehmensberaterin Alexandra Adler (53), Gemeinderätin in Leobendorf (Bezirk Korneuburg) , sicherte sich den fünften Platz auf der Landesliste. Zuletzt wurde der 21-jährige Raphael Neuwirth gewählt. Der Sechste auf der Grünen-Liste ist Softwareentwickler aus Bad Traunstein im Bezirk Zwettl.