NÖ-Bildungschef: „Zu viele Schüler im Gymnasium“. Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras lässt aufhorchen und schlägt vor, dass sich AHS ihre Schüler aussuchen dürfen.

Erstellt am 11. März 2018 (09:42)
NÖN
Johann Heuras

In der Diskussion um notwendige Neuerungen im Bildungswesen meldet sich jetzt Niederösterreichs Bildungsdirektor Johann Heuras mit einer bemerkenswerten Warnung zu Wort. „Es wechseln zu viele Schüler ins Gymnasium“, erklärt der NÖ-Bildungschef im Gespräch mit der Wiener Tageszeitung „Die Presse“. Der Zulauf zu den Gymnasien sei um fünf bis zehn Prozent zu hoch, sagt Heuras.

Das Problem liegt am Übergang von den Volkschulen in weiterführende Schulen. Vor einigen Jahren wechselten in Niederösterreich 20 bis 25 Prozent eines Altersjahrgangs von der Volksschule in eine Gymnasium. Heute seien es 38 Prozent, wie der Bildungsdirektor erläutert. Dabei sei eine Allgemein Bildende Höhere Schule (AHS) für einen Teil der Kinder schlicht die „falsche Schule“.  Der Druck auf die Kinder werde dann zu groß.

Längeres Aufnahmeverfahren und Elterngespräch

Heuras schlägt daher vor, dass die Gymnasien Aufnahmeverfahren festlegen, allerdings nicht in Form eines einzigen, punktuellen Tests, sondern ein einem mindestens ein halbes Jahr dauernden Verfahren.

Bei diesem sollten die Schüler getestet und beobachtet werden. Danach folgt ein Gespräch mit den Eltern, bei dem Lehrer und Direktor der Volksschule ebenso dabei sind ebenso wie AHS-Lehrer und AHS-Direktor. Die Letztentscheidung treffen dann zwar die Eltern, aber wenn sie gegen die vorherige Entscheidung der Pädagogen vorgehen, soll das schriftlich festgehalten werden.

Niederösterreichs Bildungsdirektor ist auch um eine Verbesserung des Images der Neuen Mittelschulen (NMS) bemüht. In manchen Fällen seien die NMS tatsächlich eine Sackgasse für Schüler. Vor allem, so rät Heuras im „Presse“-Gespräch soll die Durchlässigkeit und damit die Wechselmöglichkeit zwischen AHS-Unterstufe und NMS, der früheren Hauptschule, erhöht werden.