Stv. BK-Direktor Michael Fischer wechselt nach NÖ. Mitten in der Krise um das Coronavirus platzt eine Umbesetzung im Bundeskriminalamt (BK): Der stellvertretende Direktor des BK, Michael Fischer, wechselt nach Niederösterreich.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 01. April 2020 (12:32)
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Fischer wird dort Leiter des Forschungs- und Innovationsabteilung der Landeskliniken-Holding, wie der für Personalfragen zuständige Geschäftsführer der Holding, Konrad Kogler, am Mittwoch der APA bestätigte.

Kogler sagte zur APA, dass Fischer schon bisher im BK zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf den Weg gebracht hat. Das betraf nicht zuletzt forensische Methoden im Bereich Cybercrime. Die Holding will einen Schwerpunkt im Bereich Forschung und Innovationsmanagement setzen. Nicht zuletzt deshalb habe man Fischer geholt.

Dass Fischer, der seit 2015 im BK war, Abwanderungsgelüste zeigte, war offenbar schon länger im BK Gesprächsthema, wie die APA erfuhr. Als sein Nachfolger wurde nun Gerhard Lang bestellt, Leiter der Präsidialabteilung im BK. Lang zeichnete unter anderem für das Projekt "Gemeinsam sicher" im Bereich Community Policing verantwortlich.

Gerhard Lang ist derzeit auch amtsführender Direktor des BK, weil dessen Direktor Franz Lang - die beiden sind nicht miteinander verwandt - derzeit ebenso amtsführend den an sich vakanten Posten als Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit innehat. "Das Bundeskriminalamt braucht in diesen turbulenten Zeiten eine verlässliche, konstante Leitung mit viel Expertise", sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in einer Aussendung. "Diese Voraussetzung ist mit dem langjährigen Abteilungsleiter Gerhard Lang gegeben."

Der 53-jährige Burgenländer Gerhard Lang begann seine Polizeikarriere 1989 als Gendarm und dann als Kriminalbeamter. Seit 2001 ist er im BK tätig. "Ich stehe für die Internationalität und Modernität unseres Hauses", so Lang. "Ich durfte selbst am Aufbau von Polizeieinheiten im gesamten Balkan mitarbeiten und mich in den letzten Jahren verstärkt um die Bürgerbeteiligungsprojekte wie 'Gemeinsam.Sicher' und der Task Force Strafrecht kümmern, weil ich überzeugt bin, dass wir vernetzt denken und gemeinsam handeln müssen", sagte der geschäftsführende Direktor.

Ausgeschrieben wurde der Posten übrigens nicht. Die Bestellung ist interimistisch zu verstehen. Insider vermuten, dass definitive Bestellungen erst nächstes Jahr erfolgen dürften. Franz Lang soll dann in den Ruhestand treten, dann könnte man sowohl den Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit wie auch den BK-Direktor und dessen Stellvertreter ausschreiben. Gerhard Lang dürfte dabei zumindest eine gute Position innehaben.

Lang gilt im BMI alles andere als unumstritten. Ins Gerede war der BK-Abteilungsleiter zuletzt geraten, weil 2016 bei einer Kooperation des Innenministeriums mit dem privat herausgegebenen Sicherheitsmagazin "Österreich sicher" eine dreiseitige Geschichte über ihn erschienen war. Unter dem Titel "Ein Mann fürs Schwierige" war der als "entgeltliche Einschaltung" gekennzeichnete Beitrag gespickt mit zahlreichen Fotos des BK-Abteilungsleiters in diversen Situationen, darunter auch daheim auf dem Hometrainer mit umgehängtem Handtuch.

Das Innenministerium hatte die Kennzeichnung als entgeltlicher Beitrag auf eine parlamentarische Anfrage des damaligen Grünen Justizsprechers Albert Steinhauser als "Irrtum" bezeichnet, der nicht im Bereich des Ministeriums gelegen sei. "Zur Frage, wie der als entgeltlich gekennzeichnete, aber redaktionell bearbeitete und nachgerade peinliche Jubelbeitrag inklusive Privatbilder des Porträtierten in das Magazin gelangte und ob es vereinbar sei, dass in einem Magazin neben entgeltlichen Einschaltungen ein derartiger Gefälligkeitsartikel erscheine, verweist das Innenministerium darauf, dass es sich ausschließlich um eine redaktionelle Frage handelt, auf die das Innenministerium keinen Einfluss nimmt", hatte der damalige Ministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck im März 2017 erläutert.