Länder wollen mehr Medizin-Studienplätze. Zwei Tage lang drehte sich in Mauerbach bei der Konferenz der Gesundheitslandesräte alles um Gesundheitsberatung, Ärztemangel, neue Schulformen für Pflegeberufe und vieles mehr.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 16. Oktober 2019 (18:23)
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In Mauerbach diskutierten die Landesgesundheitsreferenten Bernhard Tilg (Tirol), Christopher Drexler (Steiermark), Ulrike Königsberger-Ludwig (NÖ), Martin Eichtinger (NÖ), Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl, Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner, Wiens Stadtrat Peter Hacker und Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

In Mauerbach diskutierten die Landesgesundheitsreferenten über Gesundheitsberatung, Medizinstudienplätze sowie viele weitere Themen und fassten Beschlüsse. Übrigens: „Wir fassen nur einstimmige Beschlüsse“, erläutert Wiens Stadtrat Peter Hacker.  

Worum es unter anderem ging?

  • Gesundheitsberatung 1450. In Niederösterreich startete die Gesundheitsberatung ihre Pilotphase im April 2017. Seit dem hätten, so Landesrat Martin Eichtinger, 80.000 Personen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland angerufen. Nun wird die Hotline auf ganz Österreich ausgeweitet. „Bei der Umsetzung von 1450 war Niederösterreich uns ein Vorbild“, betont Christopher Drexler, Landesgesundheitsreferent der Steiermark. In der Steiermark startete man im April und konnte die Anruferzahlen übertreffen, was aber ohne Niederösterreichs Expertise nicht möglich gewesen wäre. In Tirol ging es mit Anfang September los. In Kärnten startet man mit Jänner.
  • Medizin-Studienplätze. „Die Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Studienplätze wurde beschlossen“, so Landesrat Martin Eichtinger. Wobei es auch Anreize, wie ein Stipendiensystem, das junge Mediziner in ländliche Region tätig werden lässt, und die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin brauche. Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl: „Wenn wir offener auf Studierende zugehen, haben wir höhere Erfolgsraten junge Menschen in den niedergelassenen Bereich zu bekommen.“ „Wir brauchen mehr Studierende“, betont auch Kärntners Gesundheitslandesrätin Beate Prettner. Darauf mache sie bereits seit 2013 aufmerksam.
  • Ausbildung mit Pflege und Matura. Christopher Drexler aus der Steiermark zufolge gehe es aber nicht nur um Ärzte, sondern auch um ausreichend qualifiziertes Personal in der Pflege. Pilotprojekte von neuen Schulmodellen mit Pflegeausbildung und Matura soll es ab dem kommenden Schuljahr etwa in Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten geben. Und: Tirols Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg meint, dass es wichtig wäre, Wieder- und Quereinsteiger in den Pflegeberuf zu bekommen.
  • Grenzüberschreitende Rettung. Ein dringender Wunsch sei auch ein Staatsvertrag mit der Slowakei in Bezug für grenzüberschreitende Rettungseinsätze, ähnlich dem mit Tschechien.
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst. Weitergeführt werden soll eine Arbeitsgruppe, die sich unter anderem mit der Totenbeschau beschäftigt. Diese Aufgabe obliegt den Gemeinden, die aber immer mehr unter Personalschwierigkeiten leiden. Gemeinden sollen daher mehr unterstützt werden. Und: „Die schulärztliche Tätigkeit soll aufgewertet werden“, so Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Immerhin könnten Kinderärzte das Thema Gesundheit Kindern auf sehr niederschwellige Art näher bringen.  
  • E-Impfpass. „Für den E-Impfpass sollen die gesetzlichen Grundlagen beschlossen werden“, so Königsberger-Ludwig. Damit mit den Pilotprojekten gestartet werden kann.