NÖ Bauernbund: 1.500 Funktionäre beim Wahlkampfstart . Ministerinnen Klaudia Tanner und Elisabeth Köstinger sowie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als Unterstützer für Spitzenkandidat Johannes Schmuckenschlager. Letztere kündigte ein Unterstützungspaket für die Landwirte an.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 15. Februar 2020 (12:23)

Ein Wahlkampfauftakt in der Messehalle in Tulln war in den letzten Jahren stets ein gutes Omen für die ÖVP. 2018 hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner dort den Startschuss für die Verteidigung der Absoluten ÖVP-Mehrheit bei der Landtagswahlgegeben. Auch Sebastian Kurz eröffnete 2019 vor seinem Erfolg bei der Nationalratswahl im Herbst den Wahlkampf offiziell in Tulln.

Am Samstag hat ebendort nun auch die mitgliederstärkste ÖVP-Teilorganisation, der NÖ Bauernbund, seinen Wahlkampf gestartet  - mit dem Ziel, die Vormachtstellung bei der Landwirtschaftskammerwahl am 1. März zu verteidigen.

„Ich habe heute beim Hereingehen schon mehr Leuten die Hand gegeben, als andere Listen Mitglieder haben.“Landwirtschaftskammer-Präsident und Spitzenkandidat Johannes Schmuckenschlager

Auch wenn der Rahmen mit 1.500 anwesenden Funktionären und Unterstützern im Vergleich zu den beiden anderen Wahlkämpfen um die Hälfte kleiner war, hat die ÖVP wieder alle Kräfte gebündelt.

So waren neben Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihrem Stellvertreter und NÖ-Bauernbundobmann Stephan Pernkopf unter anderem auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (bis vor einem Monat noch Direktorin des NÖ Bauernbunds) zur Unterstützung für Landwirtschaftskammer-Präsident und Spitzenkandidat Johannes Schmuckenschlager gekommen.

„Ich habe heute beim Hereingehen schon mehr Leuten die Hand gegeben, als andere Listen Mitglieder haben“, spielte Schmuckenschlager auf die größte Anzahl der wahlwerbenden Listen bei der Wahl an. Der NÖ Bauernbund ist dabei die einzige Liste, die mit insgesamt 1.581 Kandidaten in allen Bezirken antritt.

„Nein“ zu Mercosur, „Ja“ zu mehr Kennzeichnungspflicht

Auf drei Bühnen, benannt nach den Grundwerten des Bauernbundes „Verbundenheit“, „Einigkeit“ und „Stärke“ schwor Johannes Schmuckenschlager mit seinen Gästen die Kandidaten ein. 

Als Hauptthemen fordert der NÖ Bauernbund ein klares „Nein“ zum Handelsabkommen Mercosur, eine stärkere Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel und eine steuerliche Erleichterung für die Bauern.

Landeshauptfrau kündigte Unterstützung für die Landwirte an

„Der Bauernbund setzt sich für die Zukunft der 38.000 Familienbetriebe in Niederösterreich ein. Wir wollen für die Bauern da sein und dafür brauchen wir eine starke Landwirtschaftskammer mit starken Funktionärinnen und Funktionären, die agrarpolitische Themen anpacken und die vor allem immer die Menschen in den Vordergrund stellen“, so Schmuckenschlager.

Als Herausforderungen sieht er die Macht der Handelsketten und den offenen Marktverkehr. Speziell will Schmuckenschlager auch gegen die Verschmutzung der Felder kämpfen, „damit kein Mist in das Essen der Leute kommt“.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sprach sich zudem gegen die Verschärfung bzw. ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln aus. „Das ist Populismus, denn es würde heißen, dass wir weniger Lebensmittel produzieren könnten. Dann wäre die Versorgung nicht mehr gesichert und es müssten mehr Produkte aus Ländern wie Chile importiert werden. Und dort wird aber unter ganz anderen Standards produziert.“

Mikl-Leitner lobte zudem auch den Schulterschluss vom Bauernbund mit Land und Bund. Gleichzeitig will die Landeshauptfrau kommende Woche ein Unterstützungspaket für die Landwirte auf den Weg bringen.