PISA-Studie auch für die Bundesländer?. Landesschulratspräsident will eine Auswertung für die Bundesländer. Verunsicherung durch Reformen konstatiert.

Von Martin Gebhart und Leo Lugmayr. Erstellt am 20. Dezember 2016 (01:15)
Lugmayr
Landesschulratspräsident Hans Heuras: „Fehlende Auswertung macht Reaktionen schwer.“

Dass Österreichs Schüler wieder einmal beim PISA-Test die Erwartungen nicht erfüllt haben, liegt der Bildungspolitik schwer im Magen. Dass SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid einfach mit dem Verweis auf Reformen gegensteuert, ist NÖ Landesschulratspräsident Johann Heuras zu wenig. Wobei er auch kritisierte, dass es beim PISA-Test keine Bundesländerwertungen gebe. Heuras: „Das macht Reaktionen schwer.“

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Bildungswissenschaftler Professor Stefan Hopmann: „Gutes Klima macht eine Schule auch stark.“

Anlass für diese Kritik war die Veranstaltung „Gemeinsam Schule gestalten“ in Amstetten. Es war der Abschluss einer Reihe solcher Treffen, die in allen fünf Bildungsregionen des Landes stattgefunden hatten. Mit dabei Professor Stefan Hopmann, der wissenschaftliche Bildungsberater des NÖ Landesschulrates. Seine Ansage: Eine Schule mache die gegenseitige Unterstützung, das Vertrauen in die Lehrkräfte, die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule und vor allem ein gutes Schulklima stark.

 „Stark ist eine Schule dann, wenn das Klima in der Klasse als stark erlebt wird.“

Professor Stefan Hopmann vom Institut für Bildungswissenschaften an der Uni Wien 

Hopmann: „Stark ist eine Schule dann, wenn das Klima in der Klasse als stark erlebt wird. Dann ist das Klima unter den Lehrern stark und dann ist das Schulklima stark.“ Er regte auch eine stärkere Einbeziehung der Öffentlichkeit und der Kommunen in den Schulbetrieb an.

Für Landesschulratspräsident Johann Heuras ist jene Verunsicherung, die derzeit bei sich ständig ändernden Reformvorschlägen in die Konferenzzimmer getragen werde, kontraproduktiv. Derzeit ist ja ein neues Schulpaket mit mehr Autonomie für die Schulen im Ministerrat abgesegnet worden. Heuras merkte auch kritisch an, dass aus Konkurrenzgründen die Gräben zwischen den weiterbildenden Schulen zuletzt größer geworden sind.