FPÖ rüttelt schon an der Zentralmatura. Nach vielen schlechten Noten besonders in den Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) bei der heurigen Zentralmatura läuft bereits die Debatte über Änderungen. 

Erstellt am 29. Mai 2018 (16:01)
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Verabschiedet sich die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung bald wieder von der Zentralmatura? Der freiheitliche Bildungssprecher Wendelin Mölzer sprach sich am Dienstag offen für eine teilzentrale Matura aus. Diese sei beispielsweise im Maturafach Mathematik „anzudenken“, forderte der FPÖ-Parlamentarier.

Grund für seinen Vorstoß ist, dass Ende der Vorwoche publik geworden ist, dass es heuer bei der Zentralmatura in Mathematik im Schnitt fast doppelt so viele Nicht genügend gegeben hat wie im Vorjahr. Vor allem in den BHS fiel die Mathematik-Matura schlecht aus, was auf besonders textlastige, knifflige Angaben zurückgeführt wurde.

Während im Bildungsministerium diese Woche noch intensiv ausgewertet wird, wie die Noten insgesamt tatsächlich ausgefallen sind, hat Bildungsminister Heinz Faßmann schon am vergangenen Freitag Nachjustierungen in Aussicht gestellt. Elternvertreter haben beklagt, dass bei der Zentralmatura eine teilweise Anrechnung richtiger Lösungsansätze nicht erfolgt sei.

FPÖ für umfassende Änderung der Zentralmatura

Der Koalitionspartner FPÖ stellt das bisherige System der Zentralmatura, das erst seit 2015 zur Anwendung kommt, generell in Frage. Das Abschneiden der Schüler heuer solle Anlass zu „umfassenden Überlegungen bezüglich der Zentralmatura“ sein, verlangte FPÖ-Bildungssprecher Mölzer in einer Aussendung.

Das beste Szenario wäre seiner Ansicht nach, Eltern, Schüler und Lehrer in eine gemeinsame Lösung einzubeziehen. In letzter Konsequenz sei eine teilzentrale Matura der Weg, um den unterschiedlichen Schultypen in Österreich gerecht zu werden, erklärte der FPÖ-Politiker. Es werde laut Regierungsprogramm ohnehin eine Evaluierung der Zentralmatura geben. Die FPÖ werde versuchen, „ein zukunftsfähiges Modell zu gestalten“, versprach Mölzer.