Schulen sind startklar. Die Lehrer sind vorbereitet, die Benotung ist definiert – der Landesschulrat sieht aber in einigen Bereichen Handlungsbedarf.

Von Tina Wessig. Erstellt am 07. April 2014 (23:59)
NOEN, Panthermedia/Viktor Cap/BAWA
Von Tina Wessig

Anfang Mai geht es los – nicht zuletzt deshalb, weil das Bifie Datensicherheit zugesagt hat: Die Zentralmatura findet statt. Dabei, so NÖ AHS-Landesschulinspektor Friedrich Losek, sei der Begriff Zentralmatura eigentlich unrichtig, „weil zwei Drittel – die vorwissenschaftliche Arbeit und die mündlichen Prüfungen – nicht zentral sind, sondern weiterhin in der Verantwortung der Lehrer liegen“.

20 Schulen auf das neue System umgestellt

Losek ist nicht nur seit 2008 Mitglied der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der neuen Reifeprüfung, er hat auch die Projektgruppe Latein/Griechisch geleitet. „In Latein und Griechisch waren die AHS in NÖ letztes Schuljahr österreichweit Vorreiter, heuer haben rund 20 Schulen freiwillig auf das neue System umgeschwenkt“, sagt Losek.

„In Deutsch und Mathematik wurde teilweise auch umgestellt, etwa an der Liese-Prokop-Privatschule in Maria Enzersdorf, die als eine von zwei Schulen in Österreich heuer komplett die neue Matura, auch mündlich, umsetzt.“

Positive Ergebnisse beim Schulversuch

Obwohl die „standardisierte Reife & Diplomprüfung“ verpflichtend erst 2015 an AHS und 2016 an BHS eingeführt wird, wird das neue System bereits angewendet: „Es sind heuer in Englisch die HLW Amstetten und die HLW Hollabrunn, die HLW Biedermannsdorf tritt in Deutsch an, die HLW Tulln in Deutsch und Englisch“, sagt Landesschulratspräsident Hermann Helm.

„Die AHS-Standorte Amstetten, Biedermannsdorf, Hollabrunn und Tulln haben bereits im vorigen Jahr den Schulversuch dazu durchgeführt und konnten sehr positive Ergebnisse erzielen“, so Helm.

Unklarheiten über Lernbehelfe

„Im HTL-Bereich sind die Standorte Hollabrunn, Mödling und St. Pölten bereit, anzutreten“, weiß NÖ HTL-Landesschulinspektor Wilhelm König.

Dennoch sind nicht alle Unklarheiten beseitigt: „Die Lernbehelfe – vor allem die Verwendung von Formelsammlungen – sind für die BHS im Bereich der Angewandten Mathematik noch nicht klar, da sie seitens des Bifie noch nicht definiert wurden. Hier besteht noch großer Handlungsbedarf“, schließt Helm.