Landbauer: "Das ist wirtschaftlicher Massenmord". Geschlossene Geschäfte und Lokale, zu wenig Hilfe, zu viele bürokratische Hürden: Die FPÖ vermisst Unterstützung für Unternehmen in der Krise. Freiheitliche fordern etwa einen "Konjunktur-100er oder finanzielle Unterstützung für Onlineshops heimischer Unternehmen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 24. November 2020 (12:40)
FPÖ-Landesparteivorsitzender präsentierte die freiheitlichen Forderungen für Unternehmen - mit Unterstützung von Reinhard Langthaler, Marlene Brunner und Franz Etzelsdorfer.
Lisa Röhrer

Die Sollenauer Inhaberin eines Buchhaltungsbüros, Marlene Brunner, spricht von "Chaos" und "zu viel Bürokratie" bei den Hilfspaketen für Unternehmerinnen und Unternehmer der Bundesreegierung. Der selbstständige Tischlermeister Franz Etzelsdorfer beschwert sich, dass Unternehmerinnen und Unternehmer in der Coronakrise trotz massiven Umsatzverlusten Beiträge an die Wirtschaftskammer zahlen müssen. Reinhard Langthaler, Obmann der freiheitlichen Wirtschaft NÖ, fürchtet, dass Menschen durch die Geschäftsschließungen vor Weihnachten und fehlende Klarheit, wann der Handel wieder aufsperren kann, "in die Hände von Online-Riesen" getrieben werden.

Die Landes-FPÖ holte drei Unternehmervertreter vor den Vorhang, um darauf hinzuweisen, was in Bezug auf Unternehmen in der Coronakrise aus ihrer Sicht schief läuft. FPÖ-Landesparteichef Udo Landbauer formuliert es drastisch und spricht von einem "wirtschaftspolitischen Massenmord".  Er kritisiert den Lockdown im Handel sowie der Gastronomie, mit dem man Unternehmern ihre Geschäftsgrundlage entziehe. Rasche, unbürokratische Hilfe gibt es aus seiner Sicht keine. Stattdessen wolle die Bundesregierung die Ausgaben für die Krise durch neue Steuern refinanzieren, glaubt Landbauer und nennt die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe (NOVA) als Beispiel. 

Aus Landbauers Sicht werde es "ein langer Weg, bis sich die Wirtschaft wieder erholt". Die Politik sei nun gefordert, Sicherheit zu bieten und die Kaufkraft wiederherzustellen. Die FPÖ schlägt dafür einen "Konjunktur-100er" für jeden Niederösterreicher und jede Niederösterreicherin vor. Außerdem wollen die Freiheitlichen die Wiedereinführung des Handwerkerbonus, eine Beschäftigungsprämie sowie eine finanzielle Unterstützung für heimische Unternehmen beim Einrichten von Onlineshops. Langthaler will diese Anträge heute im erweiterten Präsidium der Wirtschaftskammer NÖ einbringen.