„Das passiert, wenn man sich mit Nazis ins Bett legt“. Für den ehemaligen Grünen-Landtagsabgeordneten Emmerich Weiderbauer ist das schnelle Ende der türkis-blauen Koalition kein Wunder.

Von Markus Glück. Erstellt am 18. Mai 2019 (20:42)
Gleiß (Weiderbauer) bzw. FPÖ (Huber)
Emmerich Weiderbauer (li.) vs. Martin Huber (re.)

„So etwas passiert wenn ich mich mit einer Nazi-Partei ins Bett lege. Die FPÖ hat niemals mit der Vergangenheit abgeschlossen. Eine Koalition mit dieser Gruppierung ist moralisch verwerflich. Die Verantwortung für diese Chaos hat einzig Bundeskanzler Kurz“, findet Weiderbauer deftige Worte.

Huber: „So eine Aussage richtet sich von selbst“

Der jetzige Grünen-Stadtrat aus Melk nimmt aber auch die ÖVP ins Visier: „Aus Machtgeilheit hat die ÖVP das Land zweimal in vorgezogene Neuwahlen gestürzt. Diese Partei ist schuld am Dilemma und ich hoffe, dass sie dafür im Herbst nicht auch belohnt werden.“

Angesprochen auf eine, durch die Neuwahlen, mögliche frühzeitige Rückkehr der Grünen ins Parlament gibt sich Weiderbauer zuversichtlich. „Wir haben einige Fehler gemacht. Die Grünen gehören aber ins Parlament“, sagt Weiderbauer.

Enttäuscht von den Aussagen Weiderbauers zeigt sich FPÖ-Klubobmann Martin Huber aus Blindenmarkt (Bezirk Melk): „So eine Aussage richtet sich von selbst. Diesen Nazi-Partei-Sager will ich gar nicht kommentieren.“ In Hinblick auf das frühzeitige Ende der Koalition versucht Huber die positiven Aspekte der letzten Jahre hervorzustreichen. So sei mit einem „innovativen Programm“ sehr viel für Österreich erreicht worden.

Bei der kommenden Nationalratswahl erwartet Huber kein freiheitliches Debakel wie 2002, als die Partei nach Knittelfeld fast 17 Prozent ihrer Wählerstimmen verlor: „Die Bürger sind mündig und wissen, welche Partei die Reformpartei ist. Wie wir für unsere Landsleute in Niederösterreich arbeiten, haben wir auch gute Ideen für Österreich.“

Große Auswirkungen auf die EU-Wahl fürchtet Huber indes nicht, er sieht in der Video-Aktion, hinter denen er die „Linken Europas“ vermutet, eine Bestätigung: „Es zeigt, dass man in Europa Angst vor uns hat und daher zu solchen Mitteln greifen muss. Wir sind auf einem guten Weg für Europa“, erklärt der Blindenmarkter.