Weniger Geld für NÖ-Bauern. Durch eingeschränkte, finanzielle Mittel werden im Rahmen des neuen Programms der ländlichen Entwicklung viele Ausgleichszahlungen für Bauern wegfallen. Dafür wird die Investitionsförderung erhöht.

Erstellt am 10. April 2014 (14:40)
NOEN, zVg/BB
„Mit neuem Geld und neuen Mitteln sollte ein neues Programm für neue Herausforderungen geschaffen werden“, erklärt Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, die Grundüberlegungen zum neuen Programm „Ländliche Entwicklung“. Dieses gilt als das österreichische Kernstück der Reform der EU-Agrarpolitik.

So sollen aufgrund der gekürzten finanziellen Mittel unter anderem die Ausgleichzahlungen, die viele Betriebe erhalten, verschoben bzw. gekürzt werden. Hier seien vor allem jene Regionen, die stärker in der Produktion sind, betroffen. „Dort, wo es aber schwieriger ist, wird es in Zukunft mehr Ausgleichszahlungen geben, weil wir diese Regionen und Betriebe in der Produktion halten wollen“, sagt Schultes.

Waldviertel besonders betroffen

In NÖ seien von diesen Kürzungen viele Betriebe im Waldviertel betroffen, die in zweifacher Weise neu eingestuft werden müssten, so Schultes. So falle hier einerseits vielerorts das Ökopunkteprogramm - bei dem Betriebe, die eine hohe Umweltleistung erbrachten, Prämien erhielten - weg. Andererseits würden viele, die in der Bodengüte nicht so benachteiligt seien, keine Förderungen mehr bekommen.

„Diese Betriebe können aber in Zukunft mehr leistungsbezogene Zahlungen bekommen, wenn sie sich Umwelt- und Landschaftsgerecht ausrichten“, erklärt Schultes. In einer Übergangszeit von fünf Jahren solle das Programm „Ländliche Entwicklung" diese Betriebe dann so stärken, dass sie ihr Einkommen ohne Ausgleichszahlungen aus eigener Produktion ziehen können, so Schultes.

Investitionen werden forciert

Neben der Reform der Ausgleichszahlungen soll es in Zukunft auch mehr Geld für Investitionen geben. Der Schwerpunkt in NÖ werde hier deutlich im Ausbau der Jungübernehmer- und der Investitionsförderung liegen. „Auch im Rahmen sozialer Dienstleistungen werden wir neue Angebote entwickeln“, erklärt Schultes. Geplant seien auch Maßnahmen, die jungen, gut ausgebildeten Frauen die Möglichkeit geben sollen, sich am Land beruflich zu entwickeln.