AMS-NÖ-Chef Hergovich „Arbeitskräfte-Nachfrage nutzen!“. AMS NÖ-Chef Sven Hergovich vermeldet positive Zahlen für das erste Quartal 2019 am Arbeitsmarkt. Nach wie vor wichtig ist eine gute Fachausbildung!

Von NÖN Redaktion und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 17. Mai 2019 (06:41)
Petra Spiola/
AMS NÖ-Chef Sven Hergovich: „Wir wollen die gute Wirtschaftsentwicklung nutzen, um die Vermittlungsdrehscheibe AMS in Schwung zu halten.“

Wie sieht es in Niederösterreich am Arbeitsmarkt aus?

Sven Hergovich: Knapp 22.000 freie Stellen wurden den 22 Geschäftsstellen des Arbeitsmarktservice NÖ im ersten Quartal 2019 gemeldet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bedeutet das ein Plus von 403 Stellenmeldungen. Wir werden die ungebrochene Arbeitskräftenachfrage nutzen, um Jobsuchenden ein umfassendes Stellenangebot zu machen. Die weiterhin kräftige Arbeitskräftenachfrage der niederösterreichischen Betriebe ermöglicht es dem AMS, seiner Vermittlungsaufgabe konsequent nachzukommen: Auch nach dem Rekordjahr 2018 ist die Zahl der Arbeitsaufnahmen aus Arbeitslosigkeit und der Stellenbesetzungen weiter gestiegen.

Das erste Quartal 2019 hat das AMS NÖ also äußerst erfolgreich gearbeitet. Was heißt das in Zahlen?

Hergovich: Wir waren ein dynamischer Marktplatz für Arbeitskräfteangebot und -nachfrage und wir werden die noch weiterhin gute Wirtschaftsentwicklung nutzen, um die Vermittlungsdrehscheibe AMS in Schwung zu halten. So haben im ersten Quartal 29.241 arbeitslose Kunden des AMS NÖ ihre Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme erfolgreich beenden können. Das sind 912 oder 3,2 % mehr Arbeitsaufnahmen als im Vergleichszeitraum (1. Quartal 2018) des Vorjahres.

Und 17.003 freie Stellen wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit einer passenden Arbeitskraft besetzt. Gegenüber dem ersten Quartal 2018 – dem Jahr mit dem am meisten besetzten freien Stellen (65.284) seit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung im Arbeitsmarktservice – eine weitere Steigerung um 1.423 Stellenbesetzungen (oder 9,1 %).

Blicken wir in die Zukunft: Ist eine gute Ausbildung nach wie vor das Um und Auf, um einen Job zu finden?

Hergovich: Ja, wir erwarten eine ungebrochen starke Nachfrage an gut ausgebildeten Fachkräften (Lehrabschluss und höher) in sämtlichen Bereichen sowie einen besonderen Fachkräftebedarf im Bereich Handwerk und Technik. Um Jobsuchende zukunftsweisende Ein- und Aufstiegschancen in den Beruf und den Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte bieten zu können, setzt das AMS auf hochwertige Ausbildungen. So stehen 2019 jobsuchenden Niederösterreichern in Summe 3.634 Ausbildungsplätze für hochwertige Fachausbildungen (Lehrabschluss oder Zertifikat) zur Verfügung. 1.662 Plätze davon sind für Frauen reserviert.

Allein knapp 2.000 Ausbildungsplätze befinden sich in den BFI-Ausbildungszentren in Wr. Neustadt, Sigmundsherberg, in der WTA und in der WMA in Wolkersdorf sowie im WIFI Technik-Center in St. Pölten, davon rund 600 mit Lehrabschluss. Hier können Um- und Aufschulungen bis hin zum Lehrabschluss in den Bereichen Metall/Elektro, Kunststoff und Holz absolviert werden. Mehr als jeder zweite Absolvent einer AMS-finanzierten Facharbeiter-Intensivausbildung findet innerhalb eines halben Jahres einen passenden Arbeitsplatz.

Das AMS NÖ forciert im Bereich der Qualifizierung auch die Kooperation mit den Betrieben. Wie kann man sich das vorstellen?

Hergovich: Bei der arbeitsplatznahen Qualifizierung werden Jobsuchende direkt im Unternehmen geschult. Das AMS sorgt während der Ausbildungszeit für die Existenzsicherung der Auszubildenden, der Betrieb trägt die Ausbildungskosten und ein externes, vom AMS beauftragtes Schulungsinstitut stellt den Ausbildungsfortschritt sicher.

Das AMS und das Land NÖ nehmen für die Niederösterreichische Ausbildungsgarantie viel Geld in die Hand. Wie viel ist es genau? Hergovich: Es werden 2019 gemeinsam 46 Millionen Euro investiert, um jungen Menschen in Niederösterreich den Einstieg in eine zukunftsweisende Ausbildung zu ermöglichen. Knapp 7.000 Ausbildungsplätze an 54 Standorten stehen dafür bereit.